Radwanderung 25 km
Steinheim - - Heidhöfe - Gnannenweiler - Klösterle - Steinheim
Diese Radwanderung lässt uns die
typische Feld- und Weideflur des süd-westlichen Albuch erleben mit seinen
eingefügten kleinen Walddistrikten. Bei entsprechendem Wetter erleben wir
auf der Höhe die Weite der Landschaft und einen fast unendlichen Himmel.
Manchmal begrenzt die firnglänzende Alpenkette den südlichen Horizont.
Windkraftanlagen wachsen zunehmend aus
den Feldern.
Aber auch Erdgeschichtliches lässt sich
anschaulich erleben in der verschiedenartigen Gestaltung der Dolinen, der
Erdfälle. Vergangenes Mittelalterliches wird gestreift.
Geniessen wir die Düfte des reifenden
Getreides, das harzige Aroma der Fichtenbestände und die intensiven Farben
der Feldblumen. Wie immer bietet die Gastronomie Stärkung und für die
eigene Verpflegung finden wir Grillplätze.
Gesamtstrecke ca. 25 km - angegebene
Strecken sind grundsätzlich ca-Werte!
Höhenunterschied: 170 m

(Klicken Sie auf die Landkarte, um eine
größere Ansicht zu erhalten, die Sie auch ausdrucken können)
Wir starten vom Steinheimer Parkplatz bei
der Pharion’schen Sandgrube (Friedhof) auf ca. 530 Höhenmetern an der
Landesstrasse L 1165 und fahren gute 100 m dorfeinwärts. Nach der
Neuapostolischen Kirche biegen wir nach links in die Friedenstrasse ein,
fahren diese durch bis wir in einer sanften Rechtskurve in die Strasse „An
der Ammerhalde“ einmünden. Diese stößt an ihrem Ende auf die Strasse
„Krummer Weg“. Der Krumme Weg führt links hinauf auf die Höhe, dem
Waldrand entlang, an einem Kleintiergehege und Wiesen vorbei. Weniger
Geübte schieben hier ihren Drahtesel und genießen dabei den Ausblick über
Steinheim. Am Ende des asphaltierten Sträßchens nehmen wir n i c h t den
„Hauptweg“, den Hinteren Grot-Weg, der nach rechts in den Wald hinein
abbiegt. Wir bleiben u n b e d i n g t auf dem Kalksträßchen am
Waldrand, hier beginnt der „Zehnbuchenweg“. Diesen fahren wir 300 m weiter
in den Grothau hinein bergwärts.
Kurz nach dem Waldrand biegt links, vor der
Waldabteilung "Grabhügel 4/2", der Grabhügelweg nach Süden ab. Wenn
Interesse besteht, dieses keltische Grabhügelfeld zu sehen, fahren wir
dort hinüber - einen halben Kilometer hin und dieselbe Strecke zurück.
Nach einem weiteren Kilometer auf dem
Zehnbuchenweg „fahren – absteigen – fahren“ haben wir den jenseitigen
Waldrand erreicht. Kurz davor liegt links eine verlandete Hülbe, die nur
zu wasserreichen Zeiten Wasser hält. Ein Wiesenweg führt uns hinaus auf
die Höhe (651 m ü. NN) der Neuselhalder Heide. Der Anstieg vom Krummen Weg
bis hier oben beträgt 120 Höhenmeter auf einer Strecke von 2 ½ km.
Hier oben mag das mittelalterliche
Stockheim gelegen haben. Es gibt für diese Gegend zwei
Erzählungen: „Vorweihnachtszeit
in Stockheim“ und „Die
Grabhügel auf dem vorderen Grot“.
Wir halten uns auf dem Heideweg
(Albvereinsweg gelbe Raute) halblinks, bis hinüber zum linken Waldrand, wo
uns ein abfallendes Feldsträßchen empfängt.
Dieses fahren wir westwärts weiter - im
Hochsommer blüht am Feldrain die blaue Wegwarte - ungefähr einen Kilometer
in weitem Bogen nach rechts, bis wir auf die Fahrstraße Steinheim -
Söhnstetten kommen. Dort biegen wir rechts ab und fahren gute 150 Meter um
10 Höhenmeter zur Höhe hinauf. Direkt auf dem „Sattel“, links, bei den
drei jungen Linden, biegt ein asphaltiertes Feldsträßchen nach Norden ab.
Dieses fahren wir 1 1/3 Kilometer geradeaus weiter, zwischendurch zweigen
zwei Sträßchen links ab, bis wir auf den quer verlaufenden „Alten Postweg“
gelangen. Hier biegen wir links ab, überqueren bald darauf die Fahrstraße
Gnannenweiler-Söhnstetten und erreichen nach 300 Metern den höchsten Punkt
unserer Hinfahrt mit 670 Höhenmetern. Bei guter Sicht sehen wir im Süden
den Alpenhauptkamm.
Wir sehen aber auch den Verlauf des "Alten
Postweges": von Osten und nach Westen - eine uralte Überlandverbindung
vom Donauraum über die Messelsteige, beim ehemals heiligen Messelstein,
hinunter in den Neckarraum. Diesen uralten Weg nutzten schon die Kelten -
und die Römer bauten ihn im zweiten Jahrhundert n.Chr. neu aus. Diesen Weg
fahren wir weiter und queren einige Meter später einen mittelalterlichen
Nord-Süd-Weg, den ehemaligen Zigeunerweg. Der Wegbelag wechselt nun immer
wieder - Aspalt - Kalk - Mittelstreifen Gras - usw.. Leicht fällt der Weg
hinab in das obere Mauertal durch liebliche durchsonnte Wiesen und Felder,
teilweise als Hochstammwiesen mit Schafhaltung. Man kann den Eindruck
haben, dass hier am Überlandweg einst da und dort Wohnstätten lagen, seien
sie genutzt gewesen zur Landwirtschaft oder als Raststätten.
Nun führt der Weg in den Wald hinein,
hinunter in den Talgrund dem er talaufwärts durch "märchenhaften"
Fichtenbestand folgt. Rechts öffnet sich eine Talaue und ein Sträßchen
führt rechts von Gnannenweiler herunter. Wir verlassen das Tälchen auf
diesem Sträßchen nach links, weil die Weiterfahrt im Talgrund zu
beschwerlich und wegen dem stattlichen Brennnesselbestand wenig reizvoll
ist und folgen dem wieder asphaltierten "Alten Postweg", die
"Hammelweide" hinauf, genau nach Westen. Es scheint, dass der Postweg
unendlich wegführt, hinüber nach Westen. Doch schon nach 500 m biegen wir
in das erste asphaltierte Sträßchen nach rechts, nach Norden, ein und
gelangen wieder, durch einen schmalen Waldstreifen, hinunter in unser
Tälchen. Hier biegen wir links ab und fahren hinauf zur Landesstrasse L
1221 Böhmenkirch-Bartholomä. Wohl oder übel müssen wir uns hier Richtung
Norden zu den Heidhöfen auf eine Strecke von einem Kilometer mit dem
Lastwagenverkehr arrangieren. Gleich zwei Restaurants erwarten uns hier.
Nach der Erfrischung fahren wir den Colomansweg hinaus, vorbei am
stattlichen Industriegebiet nach Nordosten bis zu einem auf der linken
Wegseite stehenden Feldkreuz (weit voraus, am Waldrand, steht nochmal
links ein Kreuz), doch wir biegen schon nach 20 m Richtung Südosten ab.
Rechts dieses Sträßchens können
verschiedene Stadien der
Dolinenbildung studiert werden. Dort finden wir liebliche Senken
in den Feldern, eine grössere Hülbe im Wald, zwei erhebliche schroffe
Einbrüche, von denen inzwischen ein Einbruch mit Bauschutt verfüllt worden
ist und die Endphase der Dolinenbildung: mehr oder weniger ausgeprägte
trichterförmige Vertiefungen.

Bald verläuft links des Weges der Wald, in
den das Sträßchen zur Ochsenhauhütte einbiegt, wo wir eine Grillstelle
finden. Vor der Hütte fahren wir den Waldweg 600 m weiter bis rechts die
Feldflur von Gannnenweiler beginnt. Rechts drüben, in der Talmulde, aber
noch im Wald, liegen die genannte Hülbe und weitere Dolinen im
Naturschutzgebiet. Diese Hülbe im Wald am Märtelesberg ist Deutschlands
kleinstes Naturschutzgebiet von 0,21 ha, das Schutzgebiet ist eine Doline
im Bereich des feuersteinlehmüberdeckten Albuchs, die plombiert,
Oberflächenwasser und Niederschläge aufstaute. In diesem Gewässer finden
sich eine für ein Karstgebiet atypische Flora: flutendes Torfmoos,
Wasserschlauch und verschiedene Seggenarten.
Weitere 500 m auf unserem Sträßchen bringen
uns am Waldeck zum Sträßchen, das links nach Gnannenweiler hinaufführt.
Auf der Höhe, Gnannenweiler liegt vor uns, queren wir wieder den
mittelalterlichen Überlandweg, den Zigeunerweg - und nach Süden breitet
sich die grosse Feldflur aus, wo wir alle Getreidearten studieren können:
Im Hochsommer leuchtet golden der Weizen, der Dinkel hat Kupferfarbe, die
Gerste wogt mehr im silbrig schimmernden Glanz und der Hafer zeigt sich,
je nach Reifegrad und Sorte in allen Gelbschattierungen. Die Roggenfarbe
ist eher ein stumpfes Beige und wenn wir genau hinsehen, finden wir in
letzter Zeit wieder vermehrt in den Roggenähren das schwarzbraune
längliche und hochgiftige Mutterkorn. Aber auch blühende sogenannte
Ackerunkräuter finden wir, wie die violette Kornrade, die blaue Kornblume
und den leuchtend roten Klatschmohn - um nur die auffallenden
Blütenpflanzen zu nennen.
Hier oben sind wir auf dem Gipfelpunkt
unserer Fahrt angekommen mit nahezu 700 Höhenmetern. Jetzt fahren wir nach
Gnannenweiler hinein, biegen nach links ab um gleich darauf die rechts
abzweigende Strasse nach Steinheim zu nehmen. Hier finden wir rechts
wieder ein Gasthaus.
Am Ortausgang Gnannenweiler halten wir
kurz an: vor uns liegen die unendlich scheinenden Wälder des Albuch, die
sich bis weit über das Härtsfeld fortsetzen. Drüben über dem Tal sehen
wir die markante Lindenallee, die die Steinheimer Schäfhalde hinaufführt -
überall begegnet uns die uralte Tradition der Schafhaltung, die sich auch
in den Flurnamen manifestiert hat.
Kurz nach Gnannenweiler kommen wir an eine
Baumgruppe, bevor die Fahrstrasse halbrechts nach Steinheim hinabführt.
Hier biegen wir links in das asphaltierte Feldsträßchen ein und fahren
nach Norden bis zum Waldrand, biegen dort nach rechts, nach Osten ab,
wieder bis zum Waldrand, wo wir dann dem Waldrand nach links folgen. Es
führt das Sträßchen durch eine Senke kurz durch den Wald und biegt dann
nach rechts ab auf die Wiesenflur "Klösterle". Rechts und links war wohl
vor hundert Jahren noch ein Kalkofen in Betrieb.
Drüben, im Norden, am sonnenbeschienenen
Waldrand, stehen alte Wetterbuchen auf einem mehr oder weniger sichtbaren
Steinriegel umgeben von Heide. Hier finden wir den Platz einer
hochmittelalterlichen Ansiedlung. Es handelt sich um den "Alten Hohenberg"
und etwas weiter im Osten "die Höfe zum Hohen Berge". Diese Höfe waren
wohl um die mittelalterliche Jahrtausendwende im Besitz der Herren von
Stubersheim und derer von Albeck, die diesen Besitz zur Gründung des
Prämonstratenserstifts Roggenburg (hinter Günzburg) im Jahre 1126
stifteten. (Erzählung:
Das Klösterle
) In den vatikanischen Registern findet sich ein Eintrag im Jahre 1225.
Im Jahr 1368 - nach der großen Pest - erwarb das Zisterzienserkloster
Königsbronn diese Güter. Im dreissigjährigen Krieg, 1634, wurde Steinheim
völlig eingeäschert. Es ist anzunehmen, dass das Klösterle dasselbe
Schicksal erlitt und seit dieser Zeit nicht mehr bewohnt war - der
Flurname Klösterle hat sich jedoch erhalten. Wer aufmerksam ist findet
sogar noch den ehemaligen Tiefbrunnen auf dem östlichen Teil der
Wiesenflur.
Wir folgen dem rechts abfallenden
Sträßchen, bald durch Hochwald, die "Rauhe Steige" hinab zum Wental.
Unterhalb des Wentalstaudammes lädt nochmal ein Grillplatz zum Rasten ein.
Weiter fahren wir talwärts (Achtung evtl. geschlossene Schranke!), am
Hirschfelsen vorbei, zu dem es ebenfalls eine Erzählung gibt
(Der
Hirschfelsen), hinaus ins Hirschtal und hinein nach Steinheim.
Bei der Bus-Wendestelle fahren wir rechts die Westheimer Strasse, die uns
zu der querenden Friedensstrasse bringt und damit zurück zu unserem
Ausgangspunkt, dem Parkplatz der Pharion'schen Sandgrube.