Radwanderung 13 km
Steinheim-Höllental-Köhlerei-Schäfhalde-Steinheim
Gesamtstrecke ca. 13 km
Höhenunterschied: 110 m

(Klicken Sie auf die Landkarte, um eine
größere Ansicht zu erhalten, die Sie auch ausdrucken können)
Wir starten vom Parkplatz beim Steinheimer
Rathaus (540 Höhenmeter) und fahren zwischen dem Rathaus und dem
Pennymarkt hindurch nördlich, überqueren die Albuchstrasse und nehmen den
Buchenweg bis zum quer verlaufenden Kiefernweg, dem wir wenige Meter nach
rechts bis zur Einmündung in die Weberstrasse folgen. Dort biegen wir
links in die Weberstrasse ein. Nach guten 100 m biegt rechts nach Norden
die Höllentalstrasse ab. Nach guten 200 m gelangen wir auf freies Feld.
Wir fahren im Talgrund, bald auf Kalksträsschen, leicht ansteigend, bis
hinauf zum Waldrand (580 Höhenmeter). Dort ist das Sträßchen flankiert von
den beiden Bettelbuchen, zu denen, so sagt man, einst vom Dorfe heraus
Essen gebracht wurde für pestkranke Wanderer, buchstäblich für arme
Teufel. Doch ein anderes Thema behandelt die Erzählung „Das
Höllental“.
Das Höllentalsträsschen überwindet auf 600
Metern 60 Höhenmeter. Wir überwinden diesen Teil unserer Radwanderung am
besten zu Fuß in aromatischer Waldluft. Bald erreichen wir das
Quersträsschen, die Querplanie. Dieser folgen wir nach Osten. Sie bringt
uns im Hochwald mit dem nächsten viertel Kilometer um weitere 10 Meter auf
650 Höhenmeter. Wir sind jetzt gute 2 Kilometer unterwegs, haben 110
Höhenmeter überwunden, davon 1 ½ km in der Natur, und sind bereits auf dem
Scheitelpunkt unserer Fahrradwanderung. Dort überqueren wir das
asphaltierte „Feldhülbensträssle“ und fahren weiter nach Osten. Vorsicht -
nach hundert Metern ist eine Halbschranke geschlossen! Diese umgehen wir
und kommen bald darauf an der Einfahrt zur Erddeponie vorbei, die einen
weiten Ausblick über das Steinheimer Becken gewährt. Weiter geht es im
Wald auf der jetzt immer wieder durch LKW befahrenen breiteren
Kalkstrasse. Nach knappen 300 m biegt diese nach Südosten ab. Noch 200 m
folgen wir dieser Strasse leicht abwärts, biegen dann aber links in ein
kleineres Kalksträsschen ein, in den „Straußenweg“. Dieser führt geradeaus
nach Nordosten, quert nach 400 m den Hitzingsweilerweg, und wir gelangen
hinüber zur Zanger Strasse, der Kreisstrasse 3035.
Hundert Meter vor der Kreisstrasse biegt
rechts ein Kalksträsschen ab (Abzweig a), hinüber zur Köhlerei der
Heilpädagogischen Berufsbildungsstätte Heidenheim-Aufhausen. 200 Meter
sind es noch, die Hütten sind schon zu sehen. Mit etwas Glück treffen wir
dort den Leiter der Köhlerei, Martin von Heydebrand, der uns gerne dieses
uralte Handwerk erklärt.

Auf dem Albuch künden heute noch verlassene
Köhlerplatten, auch Kohlplatten genannt, von der einstigen Tätigkeit der
Köhler. In unserer Nähe finden wir diese zwischen dem Steinhirn und der
Mühlhalde, also in unmittelbarer Nähe dieser neuen Köhlerei. Die hiesige
Tradition der Köhlerei für industrielle Zwecke lässt sich auf 1529
zurückführen, doch schon
am 14. April 1365 verleiht Kaiser Karl
IV. den Helfensteinern und 1366 dem Königsbronner Zisterzienserkloster das
Recht der Erzschürfung, das in geringerem Maße in Anspruch genommen wurde.
(Das obere Brenztal mit dem Albuch und dem östlich gelegenen Härtsfeld war
einst der „Kohlenpott“ von Württemberg).
Eine Köhlerplatte ist eine in der Mitte
etwas erhöhte kreisrunde Erdplatte mit einem Durchmesser von 6 bis 8 m.
Darauf wird der Meiler gebaut: meterlange Laubholzprügel werden senkrecht
oder leicht geneigt in zwei Etagen aufeinandergeschichtet und mit einer
luftabschließenden feuerfesten Decke abgedichtet. Diese Decke hat zwei
Schichten: das „Rauhdach“ aus Gras, Laub und Moos und darüber das Erddach
aus Erde und einer Erdmischung früherer Kohlungen. Ein Meiler fasst ca. 25
Raummeter Holz. Der Meiler wird oben in der Mitte entzündet. Der Abbrand
erfolgt kegelförmig mit der Spitze nach unten und von der Mitte nach
außen. Erst steigt weißer Rauch (Wasserdampf) auf, dann gelblicher mit
stechendem Geruch. Schließlich brennt eine blaue Kohlenoxidflamme.
Der Meiler brennt 4 bis 6 Tage. In
dieser Zeit muss er ständig sorgfältig gewartet werden. Durch Öffnungen
wird mit entsprechender Sauerstoffzufuhr der Abbrand reguliert. Zum
Abkühlen wird der Meiler mit dem Störhaken auseinandergezogen.
Abhängig von der Holzart, vom Wetter,
insbesondere vom Wind und vom Können des Köhlers verbleiben als Holzkohle,
fast reiner Kohlenstoff, etwa 50-60% des ursprünglichen Holzvolumens oder
25% des ursprünglichen Holzgewichtes.
Aber noch ein weiteres uraltes
„Heidenheimer“ Handwerk hat sich hier oben niedergelassen, allerdings mit
einer anderen Technik. Die Künstlerin beschreibt ihre
handwerklich-künstlerische Keramikarbeit: ... „Schwerpunktlegung auf die
bei Studienreisen entdeckte „Lüstertechnik“. Einmalig in der
Bundesrepublik angewandt, bedarf diese besondere Technik eines ganz
speziellen Ofens.
Die Effekte entstehen nur im „richtigen Feuer“...“. So entstand in dieser
Köhlerei diese individuelle Brandstätte.
Ganz in der Nähe, etwas westlich im
Buchenwald, gibt es ein großes Vorkommen des Immergrün (vinca minor). Zur
Köhlerei und auch zu diesem ungewöhnlichen Pflanzenbestand sei auf die
Erzählung verwiesen „Die
Köhlerlisbeth vom Steinhirn“.
Aus Sicherheitsgründen fahren wir die 200 m
zurück zum Straußenweg, dann rechts 100 m bis zur Kreisstrasse. Ein
separater Radweg führt rechts der Strasse Richtung Heidenheim. Diesem
folgen wir insgesamt 1,4 km. Bald überqueren wir die Landesstrasse L 1123
(Steinheim-Königsbronn) und fahren geradeaus weiter, bis der Radweg die
Kreisstraßenseite wechselt. Hier biegen wir rechts nach Süden ab (Vorsicht
- nach hundert Metern ist eine Halbschranke geschlossen!) überqueren eine
Kreuzung und fahren 300 m bis zu einer Straßengabelung; hier halten wir
uns rechts, der Weg steigt 500 m an, um abfallend nach weiteren 400 m auf
ein Quersträßchen zu stoßen (links gegenüber steht eine kleine
Wald-Schutzhütte – einiges südlich davon liegt im Wald eine ehemalige
Bohnerzgrube die ab dem Jahr 1529 ausgebeutet wurde). Hier biegen wir
im spitzen Winkel nach rechts ab und gelangen kurz vor dem Waldrand wieder
an eine geschlossene Halbschranke.
Falls wir das Bedürfnis haben etwas zu uns
zu nehmen, folgen wir unmittelbar am Waldrand dem nach links führenden
asphaltierten Sträßchen zur nahegelegenen (200 m) bewirtschafteten
Waldhütte. Diese liegt direkt an der Startpiste des
Steinheimer/Heidenheimer Segelfluggeländes. Hier starten auch zur
Abendzeit bei geeignetem Wetter die Heißluftballone. Zu unserer Sicherheit
beachten wir unbedingt die Hinweise und Verbote!
Wenn wir jedoch lieber noch die Steinheimer
Heide, die Schäfhalde, oder das Segelfliegerheim besuchen wollen fahren
wir vom Waldrand hundert Meter weiter und biegen dann in den Parkplatz
linkerhand ein, an dessen Ende ein asphaltiertes Stichsträßchen bis zum
Segelfliegerheim führt (1 km). Das Sträßchen führt in der zweiten Hälfte
durch die Heide: im Frühling blühen dort die tiefblauen Frühlingsenziane
und das gelbe Frühlingsfingerkraut - und im August, neben vielen anderen
Heideblümchen das Heidekraut (Calluna vulgaris), das die Heide in einen
erikafarbenen Teppich verwandelt.
Beim Überqueren der Einflugschneise sind
unbedingt die Hinweise und Verbote zu beachten.
Dieses Sträßchen fahren wir zurück bis zum
o.g. Parkplatz. Dort biegen wir auf das asphaltierte Sträßchen nach links
ein, genießen noch den Blick hinüber nach Gannnenweiler, das auf der
gegenüberliegenden Höhe des Meteorkraters liegt und überlassen uns dann
einer genussvollen Abfahrt. Doch passen wir auf, nicht nur wegen des
Fahrzeugverkehrs, nach Zweidritteln der Abfahrt liegt links unten ein
kleiner gefasster Brunnen, der Türkenbrunnen. Er wird „schon immer“ so
genannt, nicht erst seit unsere türkischen Mitbürger im Sommer dort ihre
Sonntagnachmittage verbringen.
Wo das Sträßchen in den Talkessel mündet
liegt rechterhand, am Eingang zum Busental, der Schäferhof mit einem
beachtenswerten Hofladen.
Nun geht es nur noch durch die Felder bis
zum „Kreisel“ und weiter auf der Königsbronner Strasse und der
anschließenden Hauptstraße bis zum Rathaus.