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Spuren auf dem Albuch

 

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Über den Zigeunerweg

Wanderzeit: 2 ½ Stunden,

Höhenunterschied: 80 m, - es ist unser höchstgelegener Weg um 700 Höhenmeter -

Achtung: Stabile, wasserdichte hohe Wanderschuhe. Der Weg ist begehbar, wenn die Waldschäden des Sturms „Lothar“ behoben sind.

 

Diese Wanderung setzt voraus, dass die Wandernden in Bartholomä abgesetzt und in Gnannenweiler wieder abgeholt werden. Eine Busverbindung gibt es nicht.

Diese Wanderung wurde 1999 erstmals im ALBUCH BOTE veröffentlicht.

Weitere Informationen zu dieser Wanderroute finden Sie unter dem historischen Teil  des Buches "Spuren auf dem Albuch", in den Teilen  "Siedlungen auf dem Albuch " und "Adel und Burgherren auf dem Albuch".

 

zur Karte(Klicken Sie auf die Landkarte, um eine größere Ansicht zu erhalten, die Sie auch ausdrucken können)

 

Dieser Weg war einst im Hochmittelalter wichtige Verbindung der Edelfreien zu Michelstein zwischen Böbingen im Remstal, deren Stammsitz, und der Burg Michelstein, dem heutigen Sontheimer Burgstall. Auch für die Pfalzgrafen von Lauterburg war dieser Weg von Bedeutung. Grabhügel der Kelten und Ansiedlungen der späten Alemannen sind nachzuweisen. Später, als Straßen gebaut und unterhalten wurden, zogen die Zigeuner diesen straßenzollfreien "Urweg" im Niemandsland.

 

Lassen Sie sich von Bartholomä nach Gnannenweiler über den "Zigeunerweg" führen. Sie werden sehen, es gibt keinen einfacheren und kürzeren Nord-Süd-Weg - wenn man ihn einmal kennt -. Was Sie benötigen, ist die topographische Karte Nr. 7225, 1:25.000, des Landesvermessungsamtes Baden-Württemberg, erhältlich beim Buchhandel - denn mancher hat sich dort oben schon hoffnungslos "verfranst"!

Genießen Sie unterwegs die Ausblicke von den Höhen. Lassen Sie sich beeindrucken von der stillen Waldeseinsamkeit und vom Summen der Insekten in den Baumkronen, von den Pilzen, Moosen und Blumen, von Tümpeln, von Waldgraswiesen und alten Buchenbeständen. 

 

Unsere Wanderung beginnen wir in Bartholomä (im späten Mittelalter Laubenhart):

Südlich der alten Kirche gehen wir zwischen einem Omnibusunternehmen und einem Bankinstitut den asphaltierten Fußweg zum Wirtsberg hinauf und folgen dem Sträßchen entlang einer Waldwiese. Nach einem kurzen Waldstück erreichen wir den oberen Teil der Skiliftwiese über dem Amalienhof. Wieder folgt ein kurzes Waldstück. Wir gehen zum gegenüberliegenden Waldrand, treffen dort auf ein Quersträßchen, halten uns wenige Meter nach links und dann empfängt uns rechts "der eigentliche Zigeunerweg". 

Die Albvereins-Wegebezeichnung gilt für uns  n i c h t: diese begleitet uns nur noch einen halben Kilometer. Schon jetzt sind wir auf die Höhenlinien in der Landkarte angewiesen: Der Waldweg, der kaum noch als solcher erkannt werden kann, führt leicht ansteigend rechts um die Höhe 710,5 m (ehemaliger Bärenweiler) nach Süden. Hier sind wir auf unserer Wanderhöhe angelangt, die bis Gnannenweiler bei 700 Höhenmetern konstant bleibt.

Als Orientierung und Bestätigung des richtigen Weges dienen die "am Wege" liegenden Hülben. Da gibt es 200 m nach der Höhe 710,5 m eine unbenannte, fast verlandete Hülbe, nach weiteren 200 m kommt man zur "schwarzen Hülbe", 100 m weiter geht es wieder  "querbeet", der Höhenlinie folgend nach Süden zu einer Lichtung, wo wir die Zigeunerhülben finden. Nach hundert Metern kommen wir auf ein Sträßchen. Rechtsab sehen wir ein keltisches Hügelgrab. Von hier begleitet uns die Böhmenkircher Gemarkungsgrenze. Das befestigte Sträßchen endet bald. Wir ziehen auf einem durchweichten Erdweg mit wassergefüllten Fahrrinnen weiter nach Süden. Nach 250 m öffnet sich links ein großer Erdtrichter, eine klassische Doline. Dann folgt auf der Höhe ein bezaubernder weicher, trockener Waldweg, durch schönsten Mischwald. Unvermittelt kreuzt ein Kalksträßchen. Links gegenüber liegen die Reste von Hohensohl (über Bibersohl). Im dichten Gestrüpp sind auf einem flachen Hügel Grundmauern zu ahnen, mindestens fünf Hügelgräber liegen nahebei. Einige Meter nach Osten finden wir zwei Hülben im Buchenhochwald. (Hohensohl ist 1143 beurkundet, die Gründung kann in die späte alemannische Zeit - 9. Jhdt., wie Geroldsweiler - zurückreichen, 1605 war Hohensohl noch bewirtschaftet).

Wir gehen zur Wegkreuzung zurück und wandern auf schlechtem Waldweg weiter, der sich bald in einer mit Buchenhochwald bestandenen großen "Wiese" verliert. 

Jetzt wird die Orientierung noch schwieriger: Man sucht im "Niemandsland" von Grenzstein zu Grenzstein ein Fortkommen. Schwere Rückemaschinen haben den Waldboden buchstäblich bodenlos gefahren. Der Rest der ausgehauenen Fichten liegt kreuz und quer, dazwischen steht das Wasser in den Radspuren. Unentwegt kämpft man sich weiter nach Süden durch hohes Waldgras und teilweise durch Unterholz. Der Orientierung dienen die grundverschiedenen Baumbestände, die hier die Grenze der Gemeindewälder Steinheim und Böhmenkirch sichtbar machen. 

Wir gelangen zu den "sieben Hülen", ehemaligen Hülben, die verlandet sind. Nach der Karte geht bis hierher der Zigeunerweg. 

Hier kann einer der früh abgegangenen Weiler (1143: "... in locis ... Erchenbrechtesberc) oder das "alte Gnannenweiler" vermutet werden. Das "neue" Gnannenweiler wurde erst 1535 durch Enderiss Bader erbaut. Vor 1471 verlieh Abt Hildebrand vom Kloster Königsbronn dem Jäger Stephan Dachs "Gnannenweiler die hofstat, es sey verwachsen oder nit". Und 1490 ist urkundlich "... ein holtz marck genant Gnanenweyler" vermerkt.

Zwischen den "sieben Hülen" und dem Waldrand beim heutigen Gnannenweiler erlebt man eine "verwachsene Holtzmarck", dichten Bauernwald. Der Zigeunerweg geht nur noch durch Unterholz. Das Landesvermessungsamt hat hier bereits auf die Bezeichnung "Zigeunerweg" verzichtet. 

Wir haben uns durchgekämpft. Am Waldrand steht eine Ruhebank. Den Blick lassen wir schweifen über das weite Land und können uns ausmalen, wie der "Zigeunerweg" einst weiter verlief: Immer auf der Höhe bleibend, den "alten Postweg" kreuzend, rechts an Neuselhalden vorbei, hinüber zum Stockfeld (nach Stockheim - im 7. Jhdt. zur Sicherung des Albüberganges gegründet) und hinunter durch den Grothau nach Sontheim. Eine Abzweigung mag Richtung Söhnstetten gegangen sein, hinüber zu den Herren von Stubersheim.

 

Wir sind erstaunt über die kurze Gehzeit, trotz vielen Aufenthalten sind gerade mal zwei Stunden seit dem Abmarsch in Bartholomä vergangen - da reicht es noch ein Vesper im Gasthaus, im "neuen", im modernen Gnannenweiler.

 

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Spuren auf dem Albuch

 

Individuelle Wanderungen um Steinheim:

 

Allgemeines

 

Meteorkrater- Rundwanderweg Steinheim

 

Steinhirt und Klosterhof

Wanderzeit ca. 1 Stunde

 

Burgstall und Knillwäldchen

Wanderzeit ca. 1 1/4 Stunden

 

Grabhügel und Stockbrunnen

ca. 8 km

 

Über den Zigeunerweg

Wanderzeit ca. 2 ½ Stunden

 

Die Bohnerzgruben auf dem Wellesberg und die Grabhügel im Küpfendorfer Holz

ca.  4 km

 

Köhlerei

Radwanderung 13 km

Höllental-Köhlerei-Schäfhalde

 

Söhnstetten Sontheim

Radwanderung 19 km

 

Weiherwiesen

Radwanderung 29 km

Tauchenweiler-

Weiherwiesen-Wental

 

Alter Postweg

Radwanderung 25 km

Alter Postweg - Heidhöfe - Gnannenweiler - Klösterle 

 

Familienwanderung

Fuß- oder Radwanderung

eine echte Familienwanderung!

Klösterle - Bibersohl (Hohensohl) - Wental (Mühlgrund) – Wentalweible – Gnannental

 

Die Kelten

Kleine Radwanderung im Stubental und zu den "Kelten"

Radwanderung für unsere Kleinen

ca. 14 km

 

Bronzezeitl. Wälle

Die bronzezeitliche Trilogie.
Drei bronzezeitliche Wälle auf der Ostalb.
 

Heidenheimer Geschirr

zwei Wanderungen zu den ehemaligen Tongruben

 

Steinheim am Albuch (ext.)

 

 

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