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Spuren auf dem Albuch

 

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Steinhirt und Klosterhof

Wanderzeit: 1 Stunde

Höhenunterschied: 50 m

Es sind nur normale Straßenschuhe erforderlich.

 

(Klicken Sie auf die Landkarte, um eine größere Ansicht zu erhalten, die Sie auch ausdrucken können)

 

 

Diese Wanderung zum Zentrum des Meteorkraters beginnen wir, wie kann es anders sein, im Zentrum Steinheims – dem verwaltungstechnischen!

Wir parken vor dem vor ca. 30 Jahren gebauten Rathaus, das die Gemeindeverwaltung, die Polizei, die Feuerwehr und die Ortsbücherei beherbergt. Der sachlich gestaltete Brunnen davor spiegelt, so hoffen wir, die sachliche flüssige Arbeit im Rathaus wieder.

Von diesem Parkplatz wenden wir uns nach Süden, nehmen den Fußgängerüberweg über die Hauptstrasse und biegen rechts, links neben der Raiffeisenbank, in die Forststrasse ein. Diese gehen wir bis zu ihrem Ende an der Schulstrasse, zwischendurch überqueren wir die Hirschstrasse, bis wir vor dem Schulareal und vor der evangelischen Peterskirche stehen. Hier mag auch im Mittelalter der Ortskern von Steinheim gewesen sein. Zwei Hülben ganz in der Nähe und der Eckbrunnen, die noch bis vor vierzig Jahren bestanden, lassen dies u.a. einleuchtend erscheinen.

Die Peterskirche soll auf eine Gründung Karls des Grossen zurückgehen, der für viele Peterskirchen Reliquien aus Rom mitgebracht haben soll. Das Güterverzeichnis des Fuldaer Klosters (datiert um 800), das in Steinheim Besitzungen hatte, weist aus: Drei Paare Leibeigene, 14 Hufen (Flächenmaß: 1 Fuldaer Hufen = 55.310,58 qm), 10 Hörige, 40 Fuder (Volumenmaß der Ladung eines zweispännigen Wagens) Heuertrag, 30 Ochsen. 

1748 bis 1769 wirkte an der Peterskirche der große Liederdichter des Schwäbischen Pietismus, Philipp Friedrich Hiller (1699-1769), der in Steinheim bald seine Stimme verlor, bis zu seinem Tod. Sein in Leder gebundenes „Liederkästchen“ ist noch immer da und dort zu finden.

Die jetzige Saalkirche (mit einer Bornefeld-Orgel - gebaut von Link, Giengen) und ein stattliches Pfarrhaus mit großem Pfarrgarten erhielten die jetzige Form 1778/79. An der Südseite der Kirche wurde bis 1870, auf dem „Kirchhof“, bestattet.

Wir gehen in der Fortsetzung der Forststraße durch das Schulgelände, die Stufen hinauf, durch den überdachten Schulhof und gelangen auf einen freien, sonnigen Platz mit ansteigenden Sitzplätzen, das Forum, für Sommerveranstaltungen. Gleich links daneben ist der Eingang zum großen Musikschulsaal für Veranstaltungen bei ungünstiger Witterung.

Die Stufen des Forum steigen wir halblinks hinauf und gelangen weiter nach links zum Philipp-Friedrich-Hiller-Weg, der hinauf zum Steinhirt führt. Wir befinden uns schon am Nordhang des mittigen Meteorkraterhügels und verlassen langsam den bebauten Ort. Feuchte Streuobstwiesen begleiten uns bis zur Höhe. Dort angelangt, zweigt ein Weg ab nach rechts zu einem Aussichtsplatz, dem „Kriegerdenkmal“. Man erkennt beim Lesen der Gefallenen alte Steinheimer Geschlechter, die in den beiden Weltkriegen ihre Söhne verloren haben.

Drunten im Tal, im Nordwesten,liegt der neue Ortsteil von Steinheim, der nach 1945 entstanden ist, dominiert von der katholischen Heilig-Geist-Kirche. In diesem Gebiet entstand im frühen Mittelalter der Ort Westheim. Direkt am Fuße unseres Berges liegt seit 1870 der Friedhof. Südlich schließt sich das archäologisch wichtige (und gesperrte) Steinheimer Grabungsgebiet an: die ehemalige Pharion’sche Sandgrube.

Wir gehen die 100 m zurück zu unserem „Steinhirtweg“, biegen nach rechts ab. Nach weiteren 100 m kommt eine Wegbiegung nach links. Rechts, nach einem eingefriedeten Grundstück und vor dem Wasserhochbehälter ist der Eingang zur Gartenschänke Himmelstoß. Mitte des vergangenen Jahrhunderts lebte hier einsam der Gärtner Himmelstoß mit seiner Frau. Seine ehemalige Gärtnerei ist jetzt bei schönem Wetter das Ziel für insbesondere junge Familien, die diese einfache, grüne Idylle bei einem Getränk und einem einfachen Vesper genießen wollen.

Kurz bevor unser Sträßschen nach Sontheim hinunterfällt, zweigt links unser Weg ab, vorbei an der Lettenhülbe. Zur Erklärung dieser auf dem Bergsattel liegenden Hülbe und deren Fauna und Flora steht dort eine Informationstafel. Auch die Erzählung „Die schöne Lau“ (nicht von Mörike) passt hier her.

Nach wenigen Schritten, vollends den Hügel hinauf, stehen wir vor dem „Wäldlesfelsen“ inmitten eines vor über 100 Jahren angelegten Rondells – nahebei die Gräber der Geschwister Schäffer. Ludwig Schäffer war Gemeindeaktuar, der den Wäldlesfelsen, den Rest der einstigen Felswüste, vor dem Verarbeiten zu Eisenbahndammschotter gerettet hat. Er gestaltete auch das parkartige Ambiente. Die gusseiserne Tafel mit einer Inschrift, die am Felsen hängt, stammt von ihm. Ursprünglich muss eine weitere Tafel sein Grab geziert haben mit der Aufschrift:

 

"Freiheit ist die Lebensluft selbstbewußter Wesen,

hoch achte sie, dann fällst Du nie den Menschen in die Hände!

doch willst Du Freiheit voll und rein,

kann’s nur ein geistig Leben sein,

doch Menschenseele freue Dich,

wenn die bedürftige Hülle bricht."

 

Sofonias Theuß (1875-1945) hat von „dem seltsamen Mann“ Schäffer berichtet („Der Wäldlesfelsen“).

Zur Erklärung der Entstehung des Felsens ist eine weitere Tafel aufgestellt.

 

Wenige Schritte weiter nach Osten liegt in der Wiese links der höchste Punkt des Steinhirt (bitte nur außerhalb der Vegetationsperiode aufsuchen). Dies gilt auch für die Wiese am rechten Hang, wo ein Fuchs regelmäßig im Frühjahr „Steinheimer Schneckensand“ aus seinem Bau herausschiebt. 

Aber auch vom Wege aus, auf dessen rechter Seite eine Pferdeweide liegt, schweift der Blick weit in die Runde. Das Steinheimer Becken (knapp 4 km Durchmesser) mit seinem (immer wieder unterbrochenen ) Kraterrand ist gut zu erkennen.

Jetzt stoßen wir wieder auf ein asphaltiertes Sträßchen, das rechts vom Beckengrund heraufführt. Links in der Wiese liegt der Kesselbrunnen, ein einstmals ausgebauter Schachtbrunnen mit ca. 3 m Durchmesser und jetzt noch knappe 2 m tief, der von mächtigen Weidenbäumen umstanden ist. Nur in wasserreichen Zeiten reicht das Wasser bis hoch zum Brunnnenrand.

Unser Sträßchen leitet uns geradewegs hinein in den ehemaligen Klosterhof. Heute ist dort ein traditioneller vornehmer Bauerngarten angelegt. Links davon stehen wir vor der

Heimatstube, die Sammlungen aus drei verschiedenen Heimatgemeinden der jetzigen Steinheimer Bürger und die China-Sammlung von Sofonias Theuß beherbergt. Besonders sehenswert sind die Exponate des traditionellen Gebrauchsgeschirrs "Heidenheimer Geschirr", hergestellt in Steinheim; dann die Schmiedewerkstatt, die Schusterwerkstatt und die Backstube, wenn sie bei Festen originalgetreu in Betrieb sind. Nahe der Backstube ist ein mittelalterlicher Tiefbrunnen, 17 m tief mit einer Wassersäule von 12 m. Die Heimatstube ist während der warmen Jahreszeit Sonntagnachmittags geöffnet.

Über die Entstehung dieses Augustiner-Chorherrenstifts ist die Erzählung „Die Augustiner-Chorherren auf dem Steinhirt“ aufschlussreich. Die Gründung dieses Stifts erfolgte durch die Herren von Albeck (1190). Neben der Peterskirche, der „unteren Kirche“ in Steinheim, der Stephanskirche in Sontheim und einer Kapelle in Westheim, die dem Heiligen Wendelin geweiht war, stand hier die Stiftskirche St. Nikolaus. Dieses Stift wurde der Traditionsträger des Königsbronner Zisterzienzer-Klosters, als es dort integriert wurde (1303 von König Albrecht I. initiiert).

Wenige Schritte weiter geht rechts neben dem Wohngebäude mit dem Mönchsgemälde ein schmaler Weg zu einem Aussichtspunkt an der Klostermauer. Weit geht der Blick hinüber ins Brenztal, überragt von der Burg Hellenstein. Die nahe Niederung mit noch spärlichen Wasserflächen ist der letzte Rest des ehemaligen Kratersees. Drüben, im Osten, hinter dem Industriegebiet aber vor dem Waldhang, dem Finkenbusch, erhebt sich kahl und rund der Galgenberg. Wir befinden uns hier oben da, wo die Erzählung „Der Galgenberg“ während der Reformationszeit seinen Ursprung hat.

Zurück ins Dorf nehmen wir den Fußweg, der zwischen der Heimatstube und dem „Mönchsgemälde-Haus“ hinabgeht und genießen dabei noch einmal den Ausblick über den Ostteil des Kraters. Gleichzeitig dürften wir unter uns den Bereich des einstigen Ostheim haben. Auf dem unteren Teil der rechts sich erstreckenden Viehweide führten Grabungen zu umfangreichen Grabfunden aus dem 6. Jahrhundert.

Den zweiten links abgehenden Weg, den Alemannenweg, gehen wir hinüber, bis wir auf die Klosterstraße stoßen, die wir weiter bergab gehen. An der nächsten Straßenkreuzung stoßen wir auf die Pfarrstrasse, die wir weiter gehen bis zur nächsten Abzweigung: wir biegen ein in die Olgastrasse. Diese gehen wir nach Norden, überqueren die Hirschstrasse und gehen weiter im Fußgängerbereich des Olgagartens (dort war einst das Erholungsheim der Stuttgarter Olgaschwestern, heute ist dies ein Altenbetreuungsbereich). Am Ende dieses Fußgängerbereichs kommen wir auf die Hauptstraße, die wir noch einige Meter nach Westen gehen und damit wieder am Rathausparkplatz ankommen.

 

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Spuren auf dem Albuch

 

Individuelle Wanderungen um Steinheim:

 

Allgemeines

 

Meteorkrater- Rundwanderweg Steinheim

 

Steinhirt und Klosterhof

Wanderzeit ca. 1 Stunde

 

Burgstall und Knillwäldchen

Wanderzeit ca. 1 1/4 Stunden

 

Grabhügel und Stockbrunnen

ca. 8 km

 

Über den Zigeunerweg

Wanderzeit ca. 2 ½ Stunden

 

Die Bohnerzgruben auf dem Wellesberg und die Grabhügel im Küpfendorfer Holz

ca.  4 km

 

Köhlerei

Radwanderung 13 km

Höllental-Köhlerei-Schäfhalde

 

Söhnstetten Sontheim

Radwanderung 19 km

 

Weiherwiesen

Radwanderung 29 km

Tauchenweiler-

Weiherwiesen-Wental

 

Alter Postweg

Radwanderung 25 km

Alter Postweg - Heidhöfe - Gnannenweiler - Klösterle 

 

Familienwanderung

Fuß- oder Radwanderung

eine echte Familienwanderung!

Klösterle - Bibersohl (Hohensohl) - Wental (Mühlgrund) – Wentalweible – Gnannental

 

Die Kelten

Kleine Radwanderung im Stubental und zu den "Kelten"

Radwanderung für unsere Kleinen

ca. 14 km

 

Bronzezeitl. Wälle

Die bronzezeitliche Trilogie.
Drei bronzezeitliche Wälle auf der Ostalb.
 

Heidenheimer Geschirr

zwei Wanderungen zu den ehemaligen Tongruben

 

Steinheim am Albuch (ext.)

 

 

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