Beginn der Industrialisierung
Ich
weiß nicht, was ich bin, ich bin nicht, was ich weiß:
Ein
Ding und nicht ein Ding; ein Tüpfelchen und ein Kreis.
Gott
hat sich nie bemüht, auch nie geruht, das merk,
Sein
Wirken ist sein Ruh'n und seine Ruh sein Werk.
Ein
Urgrund ist zwar Gott; doch wem er sich soll zeigen,
Der
muß bis auf die Spitze, der ew'gen Berge steigen.
Halt
an! Wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir;
Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.
Die
Rose, welche hier dein äußres Auge sieht,
Die
hat von Ewigkeit in Gott also geblüht.
Ich
selbst bin Ewigkeit, wann ich die Zeit verlasse
und
mich in Gott und Gott in mich zusammenfasse.
In
Trost und Süßigkeit kennst du dich selbst nicht, Christ;
Das
Kreuze zeigt dir erst, wer du im Innern bist.
Tod
ist ein selig Ding, je kräftiger er ist,
Je
herrlicher daraus das Leben wird erkiest.
Mensch, werde wesentlich! Denn wann die Welt vergeht,
so
fällt der Zufall weg, das Wesen, das besteht.
(Johannes Scheffler genannt Angelus Silesius,
1624-1677)
1740
verkauft Johannes Hofele den Klosterhof an den Kirchenrat, die
Regierung in Stuttgart. Darauf wird der Hof verpachtet an
Gemeinschaften und Genossenschaften.
Philipp Friedrich Hiller (1699-1769):
Am 6.
Januar 1699 in Mühlhausen an der Enz als Sohn eines Pfarrers geboren.
Mit 8
Jahren kommt er auf der Flucht vor den Franzosen nach Heidenheim.
1748
wird dem kinderreichenHiller die Pfarrei Steinheim übertragen.
1751
befälltl ihn ein Kehlkopfleiden, er verliert seine Stimme fast
vollständig und kann nicht mehr predigen. Er dichtet in den folgenden
Jahren 1073 geistliche Lieder und wird so zum Sänger des schwäbischen
Pietismus. Am 24. April 1769 stirbt er in Steinheim, wo
er begraben wird.
1769
hat das örtliche Forstpersonal der Herrschaft Heidenheim, das mehr mit der
Jagd als mit der Pflege des Waldes beschäftigt ist, in der weiteren
Umgebung von Heidenheim (zwischen Heidenheim und Zang) einen Bestand von
22 Hirschen mit über 10 Enden und 45 geringeren Hirschen gemeldet.
Im 18.
Jahrhundert erschließt Johann
Georg Blezinger aus Königsbronn neue Erzgruben und macht die Brenz
von Königsbronn bis Heidenheim schiffbar. Er baut als erster in Europa
1772 am Brenztopf ein
gusseisernes Wassersammelbecken mit neun Fallen zum Betrieb der
Eisenhämmer und Blasebälge und beschäftigt über 1000 Arbeiter.
„Waldzustandsbericht“
Die
Entnahme von Köhler-, Brenn-, Bau- und Werkholz als auch die Waldbeweidung
und Nutzung der Samen als Schweinemast beansprucht den Wald. Ab dem 18.
Jahrhundert kommt die Streunutzung dazu, weil durch den Kartoffelanbau der
Strohertrag zurückgeht.
Die
Birke ist Hauptbaum im Wald des 18. Jahrhunderts. Buchen und Eichen stehen
meist nur als Einzelbäume.
Die
Fichte kommt auf der Alb nicht vor. 1774 wird die Fichte zum
erstenmal westlich von Zang gesät zusammen mit Lärche und Forche.
1778/79 wird die Peterskirche umgebaut
und vergrößert zur "klassischen Saalkirche" mit stuckverzierten
Emporenbrüstungen, Schiffsdecke mit einfachen Stukkaturen. Der Turm bleibt
stehen.
Bereinigung der getrennten Herrschaft in Steinheim
In der
Gemeinde Steinheim ist der kleinere Teil der Untertanen heidenheimisch,
der größere Teil königsbronnisch, jeder Teil mit eigener Verwaltung
(Amtmann).
1806
wird das Klosteroberamt und
damit die verwaltungstechnische Trennung aufgelöst.
Steinheim kommt zum Oberamt Heidenheim.
Um
1820 nennt ein leitender Forstbeamter den Albuch als nach dem Schönbuch
den am meisten "ruinierten Forst" in Württemberg.
In der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist das Ziel der Waldwirtschaft ein
geschlossener Buchenbestand. In güngstigen Lagen wird das erreicht.
Die
letzte Pachtperiode (Regierung Stuttgart) für den Klosterhof umfasst die
Jahre 1819-1827.
1828
muss die Gemeinde Steinheim den Klosterhof für 29.000 Gulden von der
Regierung kaufen.
Mit
der Verbesserung der Landwirtschaft
hört um 1850 die Waldweide auf.
Für
den Brenztaleisenbahnbau wurden viele bizarre Felsen auf dem
Steinhirt abgebaut. Den "Wäldlesfelsen"
rettete Verwaltungsaktuar Ludwig Schäffer.
Mit
der Eisenbahn (1860) kommt die Steinkohle.
Der
Wald scheint danach zunächst wertlos. Dann aber wird durch die Erfindung
des kontinuierlichen Holzschliffs zur Papierherstellung, durch den
Heidenheimer Heinrich Voelter in Zusammenarbeit mit Voith, ein
neuer Markt für das Holz eröffnet mit gutem wirtschaftlichem Erfolg.
Der
Fichtenanbau wird zwischen 1860 und 1920 stark ausgedehnt.
Der
Bestand um 1990 besteht zu 55 %
aus Fichte, 40% Buche, 2 % auf Forche, Lärche, Douglasie und Tanne, der
Rest auf andere Baumarten wie Eiche, Ahorn, Esche etc., mit der Tendenz zu
mehr Laub-Mischwald.
Die
Forstleute vollbringen im 19. Jahrhundert Pionierleistungen.
Ausgehauene Weide- und Hütewälder mit Grasflächen werden dank
ihrer Arbeit wieder Wald.
1870
wird bei der Sandgrube der neue Friedhof eingeweiht und die
Bestattung im Kirchhof, südlich der Peterskirche, eingestellt.

Peterskirche Steinheim mit Kirchhof und Pfarrweiher um 1905 (Foto:
Sofonias Theuß)
In den
achtziger Jahren des 19. Jhds.
wird die Wasserversorgung in Steinheim von Brunnen und Weihern auf
die Leitungswasserversorgung aus eigenen Tiefbrunnen umgestellt.
Auf
dem Steinhirt legt Verwaltungsaktuar Schäffer um 1890 das "Wäldle"
um den "Wäldlesfelsen" privat als "Park" an, wo er und seine Schwester
bestattet sind.
Auf
dem Albuch wird die Förderung von Bohnerz 1908 eingestellt und der
Königsbronner Hochofen abgebrochen.
Anfang
des 20. Jahrhunderts versucht
man wegen der nachlassenden Ausbeute von oberflächigem Bohnerz im
Untertagebau die Erzflöze im Braunen Jura zu erschließen. Bohrungen
in Heidenheim ergeben in über 300 m Tiefe zwar eisenhaltige Flöze, diese
sind aber nicht abbauwürdig. In Steinheim liegt der Braune Jura am
Steinhirt offen zutage. Dort wird ein Abbau untersucht. Es zeigt sich
jedoch, dass die Flöze durch den Meteoriteneinschlag zwar an die
Oberfläche gekommen, aber gleichzeitig so gestört sind, dass ein Abbau
wirtschaftlich nicht denkbar ist.