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Spuren auf dem Albuch

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Hochmittelalter

Du bist min, ich bin din:

des solt du gewis sin.

du bist beslozzen

in minem herzen,

verlorn is das slüzzelin:

du muost immer drinne sin.

(eines der ältesten mittelalterlichen Liebeslieder)

 

Der fränkische König Pippin (751/768) - vielleicht auch Karl d. Gr. (768-814) - schenkt dem Kloster Fulda (Gründung des Bonifatius 744 n. Chr.) in Steinheim verschiedene Güter. Das Güterverzeichnis (datiert um 800) weist aus: "...ad Steinheim familie 3, Hube 14, liti 10, prata ad carradas 40, boves 30".(3 Paare Leibeigene, 14 Hufen, 10 Hörige, 40 Fuder Heuertrag, 30 Ochsen)

Die Hufe bezeichnet die Fläche, die eine Familie bearbeiten und von deren Erträgen sie sich ernähren kann. Die Größe hängt stark von der Bodengüte ab und ist dadurch regional sehr unterschiedlich. Man rechnet 1 Hufen von 50.000 qm bis 250.000 qm.

(1 Fuldaer Hufen (Hube) = 55.310,58 qm)

Die Steinheimer Peterskirche ist eine der Peterskirchen, die man häufig an alten Römerstraßen findet, an Orten also, die früh, wegen ihrer Lage, eine gewisse politische Bedeutung erlangt haben. Karl der Große hatte vom Papst Petrus-Reliquien erhalten, worauf viele Peterskirchen zu seiner Zeit gegründet worden sind und zwar vor allem auf Reichsgut (Heidenheim, Giengen, Steinheim). Das über die Peterskirchen gesagte gilt in großem Maße auch für die Martinskirchen (Söhnstetten)

Am 25. Dez. 800 n. Chr. wird die Krönung Karls des Großen zum ersten Kaiser des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" durch den Papst in Rom vollzogen. Die Karolinger bringen eine große Siedlungsbewegung, u.a. siedelt Karl der Große im Sachsenhardt vertriebene Sachsen an.

Einige der Fuldaer Besitzungen in Steinheim gehen im Tausch von Abt Hrabanus im Jahr 839, nämlich "hobas quattuor ... tresque homines ibidem manentes, ac mancipia numero sedecim“, die namentlich genannt sind, an den Lehensmann Helmerich des Kaisers Ludwig dem Frommen.

"... entscheidend war - und hierin unterschied sich der Leibeigene vom Grundholden eines Herrn, - dass die an seiner Person haftenden Rechte nicht erloschen, wenn er sein Lehensgut aufgab und verzog, sondern dass er einem Leibherrn auch weiterhin verbunden und von ihm abhängig blieb, sodass ihn dieser verkaufen oder verschenken konnte, wie jedes andere Gut."

 

Ein mächtiges Hochadelsgeschlecht im südlichen Teil des heutigen Kreises Heidenheim sind die Grafen von Dillingen (Hupaldinger). Der heilige Ulrich, seit 923 n. Chr. Bischof von Augsburg, aus der Ungarnschlacht auf dem Lechfeld 955 bekannt, ist der erste namhafte Vertreter dieses Geschlechts. König Otto I. d. Gr. überträgt dem Geschlecht Besitzungen in der Donauniederung. 973 sind Burgen in Wittislingen und Dillingen bezeugt.

Das Ulrichs-Patrozinium für St. Ulrich in Heubach und St. Peter in Steinheim bezieht sich auf Bischof Ulrich von Augsburg, der 993 heilig gesprochen wird.

Die besonders im Westteil des heutigen Kreisgebietes (Albuch und Heidenheimer Alb) reich begüterte "Adalbertsippe" leitet ihren über weite Teile der Alb verstreuten Besitz aus dem alemannischen Herzogsgut (Gotefried) her, durch die Karolinger teilweise erheiratet, teilweise konfisziert.

"Der heilige Abt Wendelin (verstorben 1015) entstammt einer schottischen Königslinie. Nach königlicher Erziehung entsagt er als Jüngling dem Thron, hüllt sich in ein Pilgergewand und lässt sich in der Nähe von Trier, in einem Eichenhain, als Einsiedler nieder. Ein Edelmann will ihm nur gegen Arbeit Almosen geben. Wendelin tritt in seine Dienste als Schafhirt. In diesem Dienst zeigt sich seine gottbegnadete Hand. Er bekommt eine Zelle nahe des Klosters Tolley und wird von den dortigen Brüdern gegen seinen Willen zum Abt bestellt.

Das Landvolk gewinnt den Heiligen lieb, weil er ein armer Hirt gewesen und bei Krankheiten des Viehs gar oft Hilfe am Throne Gottes erflehte. Im Jahr 1320 bricht um Trier ein großes Sterben aus. Da wenden sich die Bewohner der Umgegend zu dem heiligen Wendelin und siehe da, die Pest hört auf". (Legende von den lieben Heiligen Gottes, Georg Ott, 1866)

In die Zeit um 1000 ist der Ausbau der Burg Herwartstein als Höhenburg zu datieren. In Springen, am Fuße der Burg, wird um 1030 eine Kirche erbaut, die durch die Bauweise auf einen hochherrschaftlichen Bauherren schließen lässt. Die Herrschaft Herwartstein könnte über die Tochter Gisela (+1043) des Schwaben-Herzogs Hermann II. (+ 1003) an die Salier und erst über die Tochter des Salier-Kaisers Heinrich IV., Agnes, an die Staufer gelangt sein.

"Castrum Moropolis", eine Burg des Pfalzgrafen Manegolds I., entweder auf dem Totenberg oder auf dem Ottilienberg in Heidenheim, erleidet 1085 "schwere Erschütterungen" und ist nach den Unterlagen 1143 bereits "abgängig". Die Güter gehen als Ausstattung an das Kloster Anhausen u.a. mit Sachsenhardt, Irmannsweiler und Küpfendorf. Die Burg geht an die Staufer.

(Buckelquader auf dem Ottilienberg in Heidenheim aus Jahrbuch 1993/94 des Heimat- und Altertumsverein e.V. Heidenheim, Beitrag von Erhard Lehmann „Die Buckelquadermauer auf dem Ottilienberg in Heidenheim“).

1095 stiften die Dillinger Nachfahren (Hartmann I.mit Gemahlin Adelheid v. Kyburg) bei der Burg Neresheim das Neresheimer Benediktinerkloster. (siehe auch Benedikt von Nursia, gest. um 550).

Der "Burgstall" bei Sontheim im Stubental, ein Felshügel in der Umrahmung des Steinheimer Beckens, trägt Reste der mittelalterlichen Burg Michelstein. Edelfreie von Michelstein, verschwägert mit denen von Albeck und von Metzingen, sind seit 1101 bezeugt. Sie nennen sich auch nach Tapfheim (bei Donauwörth) oder doch eher nach Dapfen? (bei Münsingen) und Böbingen (bei Schwäbisch Gmünd).

Einen Hauptteil dieser Güter besitzen später die Herren von Albeck, die dann noch später an das Haus Helfenstein gehen.

Auch die Existenz des Hochadelsgeschlechts der Herren von Albeck ist erst 1107 nachweisbar und seit 1127 urkundlich belegt.

Der Pfalzgraf von Schwaben, Manegold I. will vor seinem Tod (1113) bei seiner Kirche in Langenau ein Kloster gründen. Seine Söhne, Pfalzgraf Adalbert von Lauterburg und Walter, Bischof von Augsburg (Mangegold II. ist 1125 verstorben) führen dies aus und verlegen 1125 das Kloster nach dem ruhigen Anhausen (Ahusen an der Brenz, auch Husen an der Ach).

Zum Stiftungsgut des Klosters Anhausen gehören (Urkunde von 1143) ... der Ort Anhausen mit der Familia, Zinsbauern, Zehnten und allen dazugehörigen Gütern, Mühlen, Äckern, Wiesen und Wäldern, die Martinskirche zu Langenau ..., in Öllingen ...., ganz Heutenburg, ... Sachsenhart, das Dörflein und der Wald ..., Güter in Söhnstetten, Güter in Küpfendorf, ferner Besitzungen in Irmannsweiler, Erchenbrechtsberc, Machalmeswilare, Wenelenwilare, Hohensohl, Louweswilare, Babenwanc (Banwang), Chorben (Kerben).

Daraus ergibt sich, dass umfangreiche Güter des Pfalzgrafen auf dem Albuch um die Feste Lauterburg liegen und damit aus dem Besitzbereich der Adalbertsippe stammen. Pfalzgraf Adalbert, der das Amt des Vaters (Mangold I.) erbt, nennnt sich "Palatinus de Luterburch".

1126 wird das Prämonstratenserstift Roggenburg nach verschärfter Regel des Augustinus (zwischen Weissenhorn und Krumbach) gegründet. Der Prämonstratenserorden wird 1120 durch den Chorherrn Norbert aus Xanten am Niederrhein gegründet auf einer Wiese im Wald bei Coucy - pré montré - pratum monstratum -.

Zur Ausstattung des Stifts Roggenburg gehören von denen von Stubersheim/Albeck (auch einstiger Besitzbereich der Adalbertsippe) die Höfe Hohenberg, Felgenhof, Entzenwiese, sowie der "Alte Hohenberg" und der Berchtenbühl.

Immer noch findet man auf einzelnen Feldern gewaltige Grundmauern als Zeugen von der einstigen großen Ausdehnung des Weilers Küpfendorf, welcher als Chirphendorf im Jahr 1143 bei der Ausstattung des Klosters Anhausen zuerst genannt wird. In der Blütezeit steht auch eine eigene Kirche, St. Johannis, im Orte. Auf einem nördlich gelegenen Hügel, Höhe 622,6 m, zwischen dem Eschental- und dem Gaisbrunnen, finden sich heute noch die letzten Steine eines ehemaligen "Schlosses".

"Albuch" heißt der überwiegend bewaldete Teil der Alb nördlich des Stubentals und westlich der Brenz. Der Name ist um 1155 überliefert in Ebos Vita des Bischofs Otto von Bamberg (1102-1139), der dort begütert war. Geologisch gehört der Südteil der Steinheimer Gemarkung (Sachsenhardt und Bereich um Küpfendorf) auch dazu.

"der von Kürenberg" lebt 1150 in Oberösterreich und ist einer der frühesten und zugleich innigsten Minnesänger.

Jagdfalken (Edelfalken - Wanderfalken) werden zur "Beize" abgerichtet. Bei "Parzival" (Wolfram von Eschenbach: Dichtung ungefähr in der Mitte der staufischen Zeit von 1152-1250) wird berichtet, dass Gawan auf der Fähre mit der Herzogin von Logrois speiste und zwar zwei gebratene Lerchen, die "ein Sperberchen erflogen hat".

Überlandstraßen führen seit frühen Zeiten, bis in das Mittelalter, in der Regel nicht durch die Täler, sondern über Hochflächen oder an Bergrücken entlang. Auf den Höhen ist ein Wagenzug durch Reiter besser zu begleiten und zu bewachen als in Tälern und Schluchten, wodurch die Transporte sicherer werden. Außerdem sind die Wege auf den Höhen weniger sumpfig und weniger bodenlos.

Auch der Raum Steinheim ist mit einem Wegenetz überzogen:

Ein Weg führt das Stubental herauf, nördlich des Burgstalls vorbei und hinauf nach Stockheim (1471:... uff Stockhaimer Wege ...). Von dort gehen Wege in Richtung Söhnstetten (Sanstettin) - Urspring (die alte Römerstraße) und in Richtung Treffelhausen - Messelhof - Donzdorf (der "Alte Postweg", angelegt im 2. Jhdt. n. Chr.).

Der "Alte Zigeunerweg" vereinigt sich südlich Gnannenweiler, einerseits von Stockheim, andererseits von Söhnstetten und führt nach Bartholomä (Laubenhardt) - Lauterburg (Pfalzgrafenburg) - Böbingen (Sitz der Michelsteiner). Ein anderer Weg führt von Bartholomä über die Kitzinghöfe die Bargauer Steige hinunter Richtung Schwäbisch Gmünd, oder über Bartholomä - Weiherwiesen - Essingen - Hammerstadt (Aalen).

Der "Zehnbuchenweg" kommt von Stockheim herab nach Westheim, Nordheim, Steinheim, Ostheim und Scheffheim.

Außer der Wegverbindung von Steinheim nach Heidenheim, durch das Stubental, mag noch ein Weg von Scheffheim, am Fuße der Schäfhalde, nach Schnaitheim in das Seewiesengebiet, in dem alemannisch-frühmittelalterliche Ansiedlungen lagen, führen.

Mit ziemlicher Sicherheit besteht im 14. Jhdt. eine direkte Wegverbindung zwischen dem Steinheimer Klosterberg und dem Zisterzienserkloster in Königsbronn über Scheffheim - Schäfhalde - obere Mühlhalde - Pfaffenbergsträßle - Pfaffensteige - Kloster.

Eine weitere direkte Wegverbindung ist fast geradlinig von Heidenheim (Moropolis z. Zt. der Pfalzgrafen - Pfalzgrafenweg) über den Steinhirn - Chorben - Louveswilare - Irmannsweiler - nach Lauterburg zu vermuten.

Straßen, die in etwa analog den heutigen Straßen verliefen, dürften erst ab dem Spätmittelalter gebaut worden sein.

Im Jahre 1171 und 1187 weilt Kaiser Friedrich-Barbarossa in Giengen.

Ludwig von Helfenstein ist 1171 beim Kaiser Friedrich I. in Giengen und wirkt bei der erneuten Gründung des Klosters Herbrechtingen mit. (Beteiligt ist bei dieser Neugründung auch der Probst des Prämonstratenserstifts Roggenburg, das um das Klösterle auf dem Homberg begütert ist.)

Gottfried von Helfenstein ist Kleriker, er bekleidet das Kanzleramt am kaiserlichen Hofe. Beide Brüder begleiten den Kaiser 1189 auf dem Kreuzzug und Gottfried ist in Palästina gestorben.

1183 wird das Augustiner-Chorherrenstift auf dem Michelberg bei Ulm gegründet durch die Herren von Albeck (Witegow von Albeck, verheiratet mit Gräfin Bertha von Helfenstein), treue Anhänger Kaiser Friedrichs I. und zeitweilig Reichsvögte in Ulm.

1190 gründen Wittegowo d. Ä. von Albeck mit seinem Bruder Berengar, Geistlicher und später Canonicus in Augsburg, das Augustiner-Chorherrenstift in Steinheim (siehe auch "Augustinus 354 n. Chr.")

Chorherren sind Mitglieder eines Domkapitels, also Mitglieder des Priesterkollegiums an einem Dom, das den Chordienst versieht, bestimmte Verwaltungstätigkeiten übernimmt und den Bischof berät. Bei dem Steinheimer Augustiner-Chorherrenstift handelte es sich doch wohl um ein Kollegiatstift, in dem adelige Geistliche, gleichberechtigt neben- und miteinander, dem geistlichen Leben in einer klösterlichen Umgebung nachgehen, mit einer umgebenden Landwirtschaft, ohne sich bedingungslos in eine Klosterhierarchie einordnen zu müssen.

Ein Fuß (Schuh) ist eines der ältesten Längenmaße, gemessen von der Ferse bis zur Zehenspitze. Das exakte Maß variierte von Land zu Land. Bei uns dürfte 1 Fuß ca. 30 cm entsprochen haben.

Wie alle Peterskirchen zählt auch die Peterskirche in Steinheim zu den ältesten Gotteshäusern im Kreis. Das Dorf, in die frühe fränkische Ausbauzeit gehörend, wird um 800 erstmals in einem Güterverzeichnis des Klosters Fulda genannt. In diese Zeit dürfte auch die Kirche zurückreichen, die aber erstmals 1190 genannt ist.

Spätestens im 13. Jahrhundert gibt es in Steinheim eine zweite Kirche, die man urkundlich ausdrücklich von der Pfarrkirche oder der "unteren" Kirche unterscheidet. Sie ist dem Hl. Nikolaus geweiht. Doch ist aus späterer Zeit nichts mehr über sie bekannt. Dies kann damit begründet werden, dass sie integrierter Teil des Chorherrenstifts auf dem Klosterberg war.

Ulrich I. (1207-1241) von Helfenstein, ein Sohn Ludwigs von Helfenstein, den Barbarossa in den Grafenstand erhoben hat, erlangt durch seine Heirat mit der Tochter Adalberts von Ravenstein Besitz im Westteil des heutigen Kreises (1240).

Wittigo der Jüngere von Albeck verkauft 1209 all seinen Besitz in Steinheim: "...das Dorf Steinheim mit Wiesen, Weiden, Äckern, Feldern und Wäldern" an das Stift Steinheim samt Patronatsrecht der Kirche - Bischof Siegfried (Augsburg) als Lehensherr des Kirchenpatronats gibt seine Zustimmung - für 100 silberne Mark. (Mark ist in dieser Zeit ein Massemaß für Edelmetallgewicht. 1 Mark = 233,856 g. - feine Mark = reines Silber, und rauhe Mark = mit Kupfer legiertes Silber -. Mark wird angegeben in Mark Silber oder Mark Gold).

Über die Steinheimer Pfarrkirche erhält Propst Heinrich von Steinheim 1209 das Patronatsrecht.

Steinheim hat Marktrecht, über dessen Alter nichts bekannt ist. Dass Steinheim das Marktrecht von Küpfendorf übernommen hat ist unwahrscheinlich, denn ein Gericht bestand schon früh in Steinheim: Als nämlich Wittegow d.J. von Albeck 1209 den Ort an das dortige Chorherrenstift verkauft, behält er darüber die Vogtei, d.h. das Recht, Steuern zu erheben und Vergehen, die unter die Begriffe "Unrecht" und "Frevel" fallen zu büßen und zu sühnen. Das Marktrecht ist in der Regel mit dem Gerichtsrecht verbunden.

Seit 1214 ist Hartmann IV. Herr über die gesamte Grafschaft Dillingen. Er ist im Gefolge Kaiser Friedrichs II. Marschall von Schwaben und Reichsvogt in Ulm. Zu seinem Hausgut gehören die beiden Klöster Neresheim und Anhausen. Hartmann IV. arrondiert seinen Besitz im Brenzgau. Sein Sohn Hartmann ist seit 1249 Bischof von Augsburg und seine Töchter sind verheiratet: Udilhild mit dem Grafen Friedrich von Zollern, Agnes mit dem Edlen Degenhard von Hellenstein und Willibirg mit dem Grafen Ulrich II. von Helfenstein.

Der Wildbann kommt als Reichslehen an die Grafen von Dillingen und später, nach 1258 an die Herren von Helfenstein. Der Wildbann erstreckt sich über den Albuch, den Albtrauf entlang (Bargau-Heubach-Bopfingen), über das Härtsfeld (Neresheim-Wittislingen) bis zur Mündung der Brenz in die Donau (Echenbrunn).

Die Westgrenze reicht von Bargau nach Süden bis in die Gegend von Waldhausen-Lonetal-Hungerbrunnental bis zur Brenzmündung.

Die Aufsicht über den Wildbann üben hörige Knechte und höhere Forstbeamte aus, die der Ministerialität des Königs angehören (1209 Ulrich von Furtheim, der auf der Burg Hurwang über der Brenz südl. Mergelstetten saß).

Geld: 1230 wird in Schwäbisch Hall die kleinste Währungseinheit geprägt: der Häller oder Heller, eine leichte Silbermünze (leichter Pfennig).

Unter Kaiser Friedrich Barbarossa wird dieser "leichte Pfennig" zuerst geprägt.

Als 1238 die Steinheimer Pfarrkirche, die Peterskirche, vom Patronatsrecht frei wird, incorporiert Bischof Siboto (Augsburg) sie mit allen Einkünften dem Chorherrenstift und überträgt dem Probst die Seelsorge in der Pfarrei.

Über spätere Erwerbungen des Klösterleins (Augustiner-Chorherrenstift), dessen Vogtei Witegowo sich vorbehalten hatte, ist nichts bekannt, doch werden manche der später Königsbronnischen Klostergüter auf dem Albuch dazu gehört haben wie Steinheim, Sontheim im Stubental, Gnannenweiler, Neuselhalden, und Güter in Küpfendorf.

1240 sind die Burgherren von Herwartstein (mit Springen, zu dem auch ... Bibersohl und einige Weiler auf dem Albuch gehören) die staufischen Schenken von Herwartstein ("pincernae dicti de herwartstein"), erwähnt, als sie einen Vertrag bezeugen, der den Verkauf von Dillinger Gütern in Oberkochen an das Kloster Ellwangen zum Inhalt hat.

Seit 1241 wird Ulrich II. von Helfenstein genannt. Zu seinem Besitz wird ... Söhnstetten gezählt. Um die Mitte des 13. Jhdts. erwirbt Graf Ulrich II. die Vogtei des Klosters Steinheim mit dessen Besitz, wahrscheinlich von den Herren von Albeck.

Als 1257 Graf Adalbert IV. von Dillingen und 1258 sein Vater Hartmann IV. stirbt, besetzt Graf Ulrich II. von Helfenstein, der Gemahl der Willibirg von Dillingen, die Klöster Herbrechtingen und Anhausen und nimmt Vogteirechte in Anspruch.

Durch Ulrichs II. zweite Heirat mit der Tochter des Pfalzgrafen Rudolf von Tübingen 1267 kommt noch die Herrschaft Blaubeuren an ihn.

Die Burg Herwartstein, ursprünglich alemannische Fliehburg, somit ehemaliges alemannisches Herzogsgut und damit Reichsgut, geht über die Salier an die Staufer. Über Elisabeth, der Mutter Konradins aus erster Ehe mit dem Stauferkönig Konrad IV (1250-1254), geht Herwartstein nach Konradins Enthauptung in Neapel (1268) an die Kärnten-Herzöge, Kinder aus der zweiten Ehe der Elisabeth mit Meinhard von Görz-Tirol. Über deren Tochter Elisabeth (Königin) sind sie mit dem Hause Habsburg verbunden.

Graf Ulrich II. von Helfenstein trägt die Burg Herwartstein nach dem Ende der staufischen Zeit zu Lehen. Bis zur Königswahl zugunsten des Habsburgers Rudolf I (1273) scheint Graf Ulrich II während des Interregnums die "Zeit der Raubritter" mitgestaltet zu haben. Des Helfensteiners Besitz schiebt sich zwischen die Herrschaft Lauterburg und die Anhausischen Besitzungen auf der Alb und das Hausgut der Dillinger im Donautal. Er ist damit einer der mächtigsten Herren in Schwaben. Umsomehr fühlt er sich von König Rudolf bedroht und legt sich mit ihm kriegerisch an. 1287 wird er auf der Feste Herwartstein belagert und zur Unterwerfung gezwungen. 1291 stirbt Graf Ulrich II. hoch verschuldet.

 

 

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