www.feilerseiten.de

 

Spuren auf dem Albuch

Zurück Nach oben Weiter

 

Römische Zeit

 

Unter Kaiser Vespasian 69-79 n. Chr. erfolgt die Vorverlegung der Kastellinie von der Donau auf die schwäbische Alb.

Römische Zeit in Heidenheim (80 - 350 n. Chr.)

Zwischen 89 und 96 n. Chr. rücken römische Truppen in die von Toten- und Ottilienberg flankierte Enge des Brenztales ein zur Sicherung des im Bau befindlichen Limes. Hier wird das große, steinmauerumringte Kastell Aquileia für die Reiter der "Ala II Flavia milliaria pia fidelis Domitiana" gebaut. Aquileia liegt im Nordwesten der römischen Provincia Raetia, am Alb-Limes Gomadingen - Donnstetten - Urspring/Ad Lunam - (Schalkstetten - Söhnstetten - Stockheim - Sontheim) - Heidenheim/Aquileia - Oberdorf am Ipf/Opie.

Eine Verbindungsstraße gibt es zum Donau-Limes, von Heidenheim/Aquileia nach Faimingen/Phoebiana und nach Günzburg/Guntia. Wenig später entsteht die Nord-Straße nach Aalen. Eine weitere Verbindung wird gebaut vom Kastell Urspring nach Aalen (beim mittelalterlichen Hammerstadt) über das Kastell Weiherwiesen (vermutlich über den Kolmannsberg als Umgehung Rauhe Wiese) - südöstl. Böhmenkirch - Schalkstetten.

Unmittelbar hinter dem nördlichen Waldstreifen der Weiherwiesen liegt das römische Kastell, annähernd 90 m im Quadrat mit zwei gegenüberliegenden Toren im Norden und Süden. Die Umwehrung besteht aus einem Spitzgraben von 4,50 m Breite und 2,20 m Tiefe. In den Ecken stehen Türme, deren mächtige Stützpfeiler tief in den Boden eingegraben sind. In der Innenfläche stehen Schwellbalkenbauten, die zumindest einmal erneuert wurden, wie die Überschneidungen zeigen. Die Funde, fast ausschließlich Keramik, stammen vom Ende des 1. und aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts. Die Anlage besteht demnach gleichzeitig mit den Kastellen des sog. Alblimes.

Eine römische Tagesreise ist 1 iter pedestre (Fußmarsch). 1 ip = 18,725 km.

Gefunden wird in Heidenheim an einem Altar eine Weihinschrift für Mercur, den Schutzgott der Kaufleute. Inschriften bezeugen außerdem die Verehrung der Gottheiten Jupiter, Juno, Apollo und die Totengötter (Di Manes).

In einem Inschriftenstein, der in der Kirche in Brenz vermauert ist, ist eine Weihinschrift eingeschlagen für den keltisch-römischen Heilgott Apollo Grannus.

Rings um Aquileia gliedert sich später, nach Abzug der Garnison (kurz nach 150 n. Chr.), ein lebendiges Gemeinwesen mit größeren Handwerksbetrieben (Töpferei, Eisenverhüttung etc.), das größer ist als das mittelalterliche Heidenheim.

Um die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. wird eine Verbindungsstraße vom Rhein zur Donau ausgebaut, die über Cannstatt durchs Filstal und die Messelsteige auf die Alb heraufführt (heute "der Alte Postweg" genannt) ... und über Aquileia nach Faimingen an der Donau verläuft.

 

Zurück Nach oben Weiter