34.000 Jahre v. Chr. ausgehende
Würm-Eiszeit,
Geißenklösterle im Achtal bei Schelklingen
Die
Knochenflöte vom Geißenklösterle

Die lange Nacht des
Winters weicht!
Sie kommen, die
Bringer des Lichts,
die Singschwäne des
arktischen Sommers.
Die Schmelzwasser
der Gletscher
sie rauschen und
schleifen und schieben
das zerriebene
Sediment der Moränen
zu Tal.
Das Ohr der Höhle,
die Halle,
nimmt auf was
draußen geschieht
und aufmerksam
lauschen die Menschen
der äußeren Umwelt.
Töne ziehen durchs
Tal:
der Abgesang eines
Singschwans
für einen
entkräfteten alten.
Dann Stille –
nur noch das
Rauschen des Flusses.
Die Menschen
verwenden die Federn,
die Haut und die
Knochen des Singschwans.
Sie arbeiten nach
vorgegebenem Plan,
nach imaginativen
Bildern der Geistwelt,
denn nichts wird
geschaffen was nicht zuvor
von den Göttern
bedacht war.
Die Menschen,
sie nehmen vom
Flügel den Knochen
und bohren und
schleifen.
Das Rohr nimmt
Gestalt an.
Da liegt es nun in
den Händen:
Ein
Knochenröhrchen, fünf Öffnungen.
Wie lang? Eine
Handbreit’!
Und zaghaft zuerst
setzt an den Mund
es, der es geschaffen.
Der Atem strömt
durch die Flöte.
E i n Ton füllt
die Halle.
Dann wieder Stille
-
eine Offenbarung
der Götter,
ein Abglanz der
himmlischen Welten!
Doch die Ordnung
der Sphären
umfasst sieben
Stufen,
die achte rundet
zur vollen Oktave!
- Hier sind wir
verlassen:
wir kennen nicht
die Intervalle der Vorzeit.
Waren es drei,
waren es vier?
Dort stünde Merkur,
in der Quarte, als
Mittler
zwischen dem Mensch
und den Göttern.