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Spuren auf dem Albuch

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30.000 Jahre v. Chr.

Teil II: Hohlenstein-Stadel im Lonetal

 

Der Löwenmensch

aus dem Hohlenstein-Stadel im Lonetal

 

 

Zur Erzählung über den Löwenmenschen

Können wir uns einen Zeitraum von 32 000 Jahren vorstellen? Können wir 32 000 Jahre an der Erdgeschichte und der Menschheitsentwicklung messen?

32 000 Jahre, so alt scheint die Skulptur des „Löwenmenschen“ zu sein. Und wo, wann und welche Menschen in unserer Neuzeit haben die vielen Fragmente dieser Skulptur gefunden und wer hat sie in mühevoller Kleinarbeit wieder zusammengesetzt?

Diesen Fragen möchte ich im Sinne meiner Arbeiten, die ich unter dem Titel „Spuren auf dem Albuch“ zusammenfasse, nachgehen. Dazu erhielt ich eine besondere Anregung von Helmut Neuffer, Ulm, die mich ermutigt, weitreichende Gedanken zu formulieren, mit denen ich schon Jahrzehnte umgehe.

 

 

 

 

Es mag im Spätwinter des Jahres 1978 gewesen sein. Herrliches warmes Vorfrühlingswetter mit tiefblauem Himmel und weißen Wolkenschiffen lockte hinaus in die Natur. Für Alexander, damals 11 Jahre alt, fiel die Schule ab 10 Uhr aus und er besuchte mich deshalb in meinem Büro in der Waldorfschule.

Dieses Wetter in dieser Jahreszeit, am Ende des Winters, zog mich schon immer in die Ferne. Während meiner Lehrzeit nahm ich gerne Kurzurlaub, um die erste Radwanderung im Jahr zu machen mit Übernachtungen in den noch nicht, oder gerade geputzten, Jugendherbergen.

Jetzt hatte ich für eine Reise als Verantwortlicher keine Zeit, aber eine Unterbrechung meiner Arbeit von einigen Stunden, über die verlängerte Mittagszeit, konnte ich mir schon leisten.

 

Wir kauften beim Metzger einige Rote Würste, nahmen einen Laib Brot mit und etwas Apfelsaft,  dazu noch Zeitungspapier und Zündhölzer und packten zwei Kajaks aufs Autodach. Dass die Lone „lief“ wusste ich von einer Wanderung und so fuhren wir zum Parkplatz im Lonetal bei der Bocksteinhöhle.  Der im Sommer trocken liegende Flusslauf war randvoll mit strömendem Schmelzwasser. Wir schlüpften in unsere Kajakkleidung, stiegen jeder in sein Boot und rutschten die kleine Böschung hinunter in den Bach. Wir fuhren das Tal entlang, zwischen den Wiesen, geduckt unter kahlen Hecken  -  deshalb brauchten wir die Schutzhelme -  aber die wenigen niedrigen Brücken mussten wir umtragen: an ein Durchfahren war nicht zu denken, das Wasser strömte dicht unter den Brückenbalken hindurch.

Drüben am Nordhang des Tales lag noch vereinzelt Schnee und daneben zeigten sich schon die ersten Schneeglöckchen, die Märzenbecher. Am warmen Südhang blühten die Leberblümchen und vereinzelt Seidelbast. Viel zu schnell kamen wir an unserem Mittagsrastplatz an und zogen vor dem Hohlensteinstadel und der Bärenhöhle unsere Boote auf trockenes Land. Doch die Bauern hatten schon intensiv Mist gestreut, aber was macht das schon, wenn alles andere einfach stimmt. Für Alexander war dieser Tag ohnehin ein unvergleichliches Abenteuer, wir brachen etwas trockenes Holz aus den unteren Ästen der Fichten, stellten einige Steine als Windschutz vor dem Höhleneingang zusammen und entzündeten das Feuer.

Als die Glut vor der winterkalten  Felsenhalle wohlige Wärme verbreitete und die Roten Würste am Spieß brutzelten war Zeit für eine für die Tageszeit ungewöhnliche Lagerfeuerromantik. Wir saßen, blickten auf die sonnenbeschienene Talaue mit der strömenden Lone und ich erzählte: Hier hatte vor über 50 Jahren Onkel Hans Geyer von Schnaitheim, zusammen mit anderen jungen Männern der Naturfreunde Heidenheim, den Wissenschaftlern aus Tübingen geholfen, die Bärenhöhle auszugraben. Viele Höhlenbärenschädel kamen damals, 1925,  zutage, so viele, dass die Interessierten je einen Schädel als „Dankeschön“ mit nach Hause nehmen konnten. Und als kleiner Junge bestaunte ich diesen neben der Haustür des Onkels aufgehängten riesigen Schädel bei jedem Verwandtschaftsbesuch.

 

Von besonderen Funden in der neben der Bärenhöhle liegenden Höhle, dem Hohlensteinstadel, konnte ich bei unserer Bootsfahrt nichts erzählen, wusste ich damals doch noch nichts von dem kostbarsten Fund im Lonetal,  nur von den kleinen Mammutfiguren aus der weiter talwärts liegenden Vogelherdhöhle, von dem Wildpferdchen und dem Bison. Aber Alexander imponierte es schon, dass ein riesiges Eisengittertor den Eingang zum hinteren Teil der Felsenhalle versperrte und er wäre kein richtiger Junge gewesen, wenn er sich nicht durch die engen Zwischenräume gezwängt hätte. So gelangte er in den hinteren Teil der Höhle, wo es ihn aber doch allein ein wenig gruselte. So kam er bald wieder zurück zum wärmenden Feuer unter der großen Vorhalle.

Wir waren zwar vom hinteren Teil der Wohnung unserer menschlichen Vorfahren  ausgesperrt, aber richtige Höhlenmenschen am Flüsschen Lone waren wir jetzt schon!  Wir erahnten das beschwerliche Leben in dieser menschheitlichen Frühzeit in diesem Urstromtal. Hier führte wohl eine Völkerwanderung durch einen Vegetationsbereich, durch einen schmalen, von Gletschermassen nicht bedeckten Durchgang, vom fernen Westen zum fernen Osten, zwischen den Ausläufern der Alpengletscher und den Ausläufern der nordischen Eismassen hindurch.

 

Die Boote wurden wieder gepackt, wieder setzten wir uns in die Kajaks, rutschten wieder in den Bach und weiter fort ging es. Die folgenden engen Bachwindungen meisterten wir. Dann lag vor uns, rechts am Hang, die Vogelherdhöhle. Uns hatte die Zivilisation wieder: die Asphaltstraße von Stetten nach Bissingen.  Hier holten wir nach einer guten Stunde mit dem Auto unsere Boote wieder ab, nachdem wir das Lonetal die 4 Kilometer zu Fuß zurückgewandert waren.

 

* * * *

 

Wir ahnten damals nicht, dass wir zwei Stunden mit Gesprächen über unsere menschheitliche Frühzeit an einem Platz verbrachten, an dem frühe Menschen lebten, die ein Empfinden haben mussten, man möchte es heute bezeichnen als eine gewisse Religiosität – und dass  gerade in unserer ganz aktuellen Zeit Menschen einer Spur nachgehen, die naturwissenschaftlich aufzeigt das Alter und die Charakteristik des modernen Menschen, des Homo sapiens sapiens.

 

Im Jahre 1939 wurde der Archäologe, der damals mit Grabungen  im Hohlensteinstadel für das Archäologische Institut in Tübingen beschäftigt war, zum Militär eingezogen. Beim Abschluss seiner Arbeiten fand er in diesen letzten Tagen seiner damaligen Arbeit in einer Schicht, auf deren Niveau die Grabungen angekommen waren eine große Anzahl  Elfenbeinsplitter. Der Wissenschaftler sammelte diese auf, legte sie in Zigarrenkistchen aus Holz  mit einer kurzen schriftlichen Dokumentation. Diese Holzkistchen erlebten eine Odysee, eine Wanderung zwischen den Archäologischen Instituten Tübingen und Ulm. Während des Krieges lagerte das Material im Tresor in Tübingen, danach wurde es in das kriegszerstörte Ulm gebracht, wo das Material durch feuchte Lagerung in den Kellern litt. Als in den sechziger Jahren, nach dem Krieg, sich das Leben normalisierte, kümmerte sich  ein jüngerer Gelehrter um den Inhalt der Kistchen und versuchte mit Alleskleber die Fragmente zusammenzufügen, was auch vorläufig gelang: Es entstand eine aufrechte Figur mit menschlichen Maßen, jedoch der Ansatz des Kopfes wies auf etwas tierisches hin. Teile des Kopfes fehlten vollständig.

 

1961, nach dem Tode des Wissenschaftlers, der den Fund der Elfenbeinsplitter vor dem Kriege sicherte und der lange nach dem Krieg bei einer Nachlese im Hohlensteinstadel weitere Elfenbeinstückchen fand, wurde ein Wissenschaftskollege mit der Abwicklung von dessen in Tübingen aufbewahrtem wissenschaftlichen Nachlass beauftragt. Bei einem eher privaten Treffen mit anderen Archäologen – sie diskutierten über die „Tierfrau“ -  wurden diese Elfenbeinsplitter, diese Fragmente, der Wissenschaftlerin des Ulmer Museums, wo die Skulptur aufbewahrt wurde, überreicht. Und diese Splitter ergänzten die Skulptur weiter.

 

Einige Jahre später wanderte eine Frau mit ihrem Sohn von Asselfingen zum Hohlensteinstadel. Auch dieser Sohn schlüpfte durch die Gitterstäbe und gelangte in den hinteren Teil der Höhle. Er fand dort Elfenbeinsplitter, las sie auf und nahm sie mit nach Hause. Offensichtlich beunruhigt von diesem seltenen Fund stand diese Frau während der Ferien im Ulmer Museum und übergab dem Portier die Teile. Pflichtgemäß gab der Portier das Abgegebene nach den Ferien an die Verantwortlichen weiter, doch erst einige Jahre später ereignete sich die größte Überraschung: Diese Teile ergänzten die „Tierfrau“ so großartig, dass wir nun vor einer Statuette stehen, nahezu 30 cm groß: Dem „Löwenmenschen vom Lonetal“ aus Mammutelfenbein mit einem Alter von 32 000 Jahren. Dieses Alter wurde mit der C14-Methode ermittelt. Auf den neuen Namen haben sich die Wissenschaftler geeinigt, weil das Geschlecht der Skulptur nicht eindeutig festzustellen ist.

 

* * * *

 

Nun darf die Frage nach der Größenordnung des Alters der Skulptur gestellt werden. Fangen wir wirklich mit dieser Größenordnung etwas an? Lassen wir uns doch, gemessen an unserem jetzigen Zeitverständnis, die Zahl 32 000 Jahre, das sind nahezu 12 Millionen Tage  auf der Zunge zergehen. Wie kann man eine solche Zahl , eine solche Zeitspanne mit menschlichen Maßen erfassen? Vor 3200 Jahren führte Moses das Volk Israel aus Ägypten weg und 40 Jahre durch die Wüste. Er brachte die zwei Tafeln der 10 Gebote vom „Berg Sinai“ seinem Volk.

Mit diesem Zeitmaß kommen wir also nicht weiter. Es bleiben Fragen über Fragen!

Auch das Nachstehende darf lediglich nur als vorsichtiges Tasten nach Antworten verstanden werden.

Machen wir uns bewusst, dass der jetzige Mensch in seiner jetzigen geistigen Ausgestaltung  und seiner jetzigen Physis gerade mal etwas über 35.000 Jahre alt ist. Seine Entwicklung, die in dieser Zeitspanne bereits wieder zu einer gewissen Verhärtung, zu einer Vermaterialisierung geführt hat, muss bedacht werden. Auch schon frühere Menschenausgestaltungen führten über längere Zeiträume zu Verhärtungen und damit zur Unmöglichkeit weiterer Entwicklung: sie starben aus. Diese Konsequenz traf auch den Steinwerkzeug schaffenden Menschen, den sogenannten Neandertaler. Seine Spuren fand und findet man  vielfach im Bereich des Brenz- und Lonetals. Seine Steinwerkzeuge werden dem Zeitraum 80.000 bis 35.000 Jahre v. Chr. zugeordnet. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass der Neandertaler und der „Neue Mensch“, der Homo sapiens sapiens, aufeinander getroffen sind.

 

Das Aussterben des Neandertalers, des „nur“ handwerklich begabten Menschen, fällt in die Zeit, als der „Neue Mensch“ das erste Mal künstlerisch, schöpferisch tätig wurde und damit ein weiteres menschliches Element zu dem rein handwerklichen Element hinzufügte. Man darf ahnen, dass damit auch bestimmte „religiöse“ Vorstellungen verbunden waren.

Schauen wir beim Nachvollziehen dieser Entwicklungen auf größere Zeitzusammenhänge, wobei uns die Löwenmensch-Skulptur helfen kann.

 

In allen Kulturen, die zu unserer westlichen Kultur führten, spielen Tiere als hohes Sinnbild  eine große Rolle. Tiere, die wir nicht zoologisch denken dürfen, finden wir als Sternbilder am Sternenhimmel im Laufe eines Jahres, dieser Zyklus wird Tierkreis genannt. Die Sonne wandert im Jahreslauf einmal durch jedes Sternbild.

Die sternkundigen Mathematiker haben während der chaldäisch-ägyptischen Zeit, in der damaligen Hochkultur, den Himmelsraum der Ekliptik von 360 Grad in 12 gleiche Räume, in 30 Grad-Segmente, eingeteilt. Diese einzelnen gleichen Segmente weichen beträchtlich von der unterschiedlichen Länge der einzelnen Sternbilder ab, die insgesamt auch 360 Grad messen.  Diese 12 Segmente des Himmelsraumes in der Ekliptik wurden nach den Sternbildern des Tierkreises benannt. Die Astrologie bezeichnet sie als Tierkreiszeichen.

 

Die Sonne überschreitet zwei Mal jährlich den Himmelsäquator, auf der nördlichen Hemisphäre je einmal absteigend im Herbst  und einmal aufsteigend im Frühling. Dieser Sonnendurchgang durch den Himmelsäquator im Frühling, dieser Schnittpunkt, wird als Frühlingspunkt bezeichnet und markiert gleichzeitig den Frühlingsanfang.

Der Frühlingspunkt wandert auf dem Himmelsäquator außerdem, von der Erde aus gesehen, während 25920 Jahren einmal durch den ganzen Tierkreis: dieser Zeitraum wird als ein Weltenjahr bezeichnet. In einem Zwölftel davon, in 2160 Jahren, einem Weltenzeitalter, durchwandert die Sonne im Frühlingspunkt den Himmelsraum eines Tierkreiszeichens, sie kommt jeweils zum Frühlingsanfang jeden Jahres bei der Überschreitung des Himmelsäquators 1/2160stel  im Tierkreiszeichen weiter, so dass sie nach 2160 Jahren zum Frühlingsbeginn in das nächste Tierkreiszeichen eintritt. Für die Wanderung um 1 Grad auf dem Himmelsäquator benötigt die Sonne 72 Jahre - ein ganzes Menschenleben.

Als die Ordnung der Tierkreiszeichen vor mehr als einem Weltzeitalter mathematisch vorgenommen wurde, deckte sich im Frühlingspunkt nahezu der Beginn des Sternbildes, des Tierkreisbildes, „Widder“ mit dem „neuen“ Tierkreiszeichen „Widder“. Die Bezeichnung „Widder“ ist für das Tierkreiszeichen zum Frühlingsanfang bis heute gleich geblieben, obwohl sich die Sonne inzwischen zum Frühlingsanfang schon weit in das Sternbild der „Fische“ hinein geschoben hat, was bedeutet, dass die Sonne heute zum Frühlingsanfang im Sternbild „Fische“ und nicht mehr im „Widder“ steht. In nicht allzu ferner Zukunft bescheint uns die Sonne im Frühling sogar aus dem Sternbild des Wassermann.

Nach der Berechnung der Astrologen trat im Frühlingsanfang die Sonne ca. 150 Jahre vor Christi Geburt in das Tierkreiszeichen der Fische ein. Davor stand die Sonne 2160 Jahre am Frühlingsanfang im Widder, davor im Stier, dann in den Zwillingen, dem Krebs, dem Löwen und der Jungfrau. Erinnern wir uns, dass im frühen griechischen Mythos der Stier auf seinem Rücken die Jungfrau Europa von Ägypten nach Griechenland, genauer gesagt, nach Kreta, entführte. In der christlichen Religion erscheint „Das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt“, das sich opfert - und heute haben viele Christen den Fischesymbolaufkleber an ihrem Auto – wobei die Urchristen in Rom, nach den Darstellungen in den Katakomben, noch um die Bedeutung des Fischesymbols wussten: Christus ist der erste „Fisch“, so sagten sie (darüber hinaus ist der Fisch ein Sonnensymbol)! Diese Aussagen dürfen verstanden werden als Hinweise auf den jeweiligen Abschluss und den Beginn eines neuen Weltenzeitalters.

 

Wir sind bei unserer Zurückrechnung mit rund 13 000 Jahren beim Sternbild Jungfrau  angekommen. Dies ist ein  halbes Weltenjahr und eine Zeit, in der die Eiszeit zur nachfolgenden Wärmeperiode ausläuft, neue Impulse sind veranlagt und können in die Erdentwicklung einwirken, nachdem die Waage einen gewissen Abschluss in der Kälteperiode bewirkt hat. Zeitlich stecken wir  zwischen Waage und  Steinbock mitten in der letzten Eiszeit.

Die Zeit vor dieser letzten Eiszeit können wir am Durchgehen der Sonne durch den Frühlingspunkt durch die Sternbilder nachvollziehen. Wir kommen dann zurück am Anfang der letzten Eiszeit zu dem Sternbild Wassermann, und weiter zurück zu den Sternbildern Fische, Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe und  Jungfrau, wo  wir ebenfalls am Ende einer Eiszeit stehen. Von dort verfolgen wir "unsere Entwicklung" wieder vorwärts im vergangenen Weltenjahr. Nachdem die Sonne die Sternbilder der Jungfrau und des Löwen nacheinander durchlaufen hat, tritt sie im Frühlingspunkt in das Sternbild des Krebses ein, in das Sternbild, in dem rückschauend das bearbeitet wird, was  veranlagt wurde in dem vorangegangenen Weltenjahr und was herübergekommen ist aus dem vorangegangenen Weltenjahr. Das Sternbild der Zwillinge, wenn wir es als Bild nehmen, könnte uns erinnern an den zweigesichtigen römischen Gott Janus, der in die Vergangenheit und in die Zukunft blickt. In dieser Zeit, zeitlich gesehen eineinviertel  Weltenjahre  seit heute zurück,  könnte unsere Skulptur, der Löwenmensch vom Hohlensteinstadel entstanden sein.

 

Hohlensteinstadel

Der Hohlensteinstadel im Urstromtal der Lone

 

Der Löwenmensch ( löwenköpfig, weil  ... das Luftelement das Zeitgeschehen aller Wandlung und Entwicklung einleitet – aus Richard Karutz „Die Ursprache der Kunst), der offensichtlich das Sternbild des Löwen, des Krebses und der Zwillinge beinhaltet, schaut vor 32 000 Jahren, in einer Zeitenwende, weit zurück in die Vergangenheit, schaut er auch weit in die Zukunft, bis in unsere heutige Welt? Was haben die Menschen damals, vor eineinviertel Weltenjahren, empfunden beim Anschauen dieser Skulptur,  welche Vorstellungen, welches Wissen haben sie mit dieser Bildrealität gepflegt? Diese Frage muss offen bleiben.

 

Es ist anzunehmen, dass eine Kulturbewegung in der Zeit des Aussterbens des Neandertalers (Homo sapiens 30 000 v. Chr.) und des Erscheinens des modernen Menschen (Homo sapiens sapiens) von Westen nach Osten stattfand. Auch für die Menschen des Gravettien dürfte dies gelten, sie kamen von Westen über Afrika zu uns. Diese Bewegung ereignete sich also im vergangenen Weltenjahr in der Zeit des Löwenmenschen, in der Zeit gewaltiger Wandlungen in der Menschheitsgeschichte.

In unserem gegenwärtigen Weltenjahr verläuft der Kulturstrom von Osten (Indien, Persien, Zweistromland, Ägypten , Griechenland,  Mitteleuropa) nach Westen. Auch dieser Gesichtspunkt erlaubt eine weitere zeitliche Differenzierung des Zeitenstromes unserer Menschheitsentwicklung, in die auch wir, insbesondere die jetzt lebenden Menschen der nördlichen westlichen Hemisphäre, eingebettet sind.

 

 

 

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Zur Erzählung über den Löwenmensch

 

 

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