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Spuren auf dem Albuch

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Frühes Mittelalter

 

Dem aus Grabesnacht

auferstandenen Heiland huldigt die Natur:

Blum' und Saatgefild

Sind erwacht zu neuem Leben.

Der Vögel Chor

Nach des Winters Rauhreif singt sein Jubellied.

Heller strahlen nun

Mond und Sonne, die des Heilands Tod verstört.

Und in frischem Grün

Preist die Erde den Erstandenen,

Die, als er starb,

Dumpf erbebend ihrem Einsturz nahe schien.

(Notker Balbulus (840-912), St. Gallen, übertragen von P. von Winterfeld)

 

 

Chlodwig (482-511 n. Chr.), aus dem Hause der Merowinger, lässt sich christlich taufen.

Neben dem aufkeimenden Christentum wirkt in Nord- und Mitteleuropa noch stark die nordische Mythologie.

Zum Benediktinerorden: Benedikt von Nursia (gest. um 550) gründet 529 n. Chr. das Kloster Monte Cassino und gibt durch seine Regel dem abendländischen Mönchstum eine feste Form. Die Hauptgrundsätze lauten: "Bete und arbeite". Es sollen alle Menschen, jung und alt, reich und arm, hoch und niedrig, Laien und Geistliche, im Orden Aufnahme finden. Dies ist der Ursprung des Benediktinerordens.

"Gloria in excelsis Deo" ist der Lobgesang in der Heiligen Messe seit dem 6. Jahrhundert.

Südöstlich des alten Ortskerns von Steinheim (Ostheim) liegt ein ausgedehntes alemannisches Gräberfeld einer durchschnittlich wohlhabenden Bevölkerung, belegt mindestens seit dem Ende des 6. Jhdts.

In das 7. Jahrhundert, in die merowingische Königs-Herrschaft, fällt die Gründung Steinheims nördlich der Peterskirche, die Gründung der Flecken Ostheim bei dem genannten Gräberfeld am Nordhang des Klosterberges, Nordheim am Zanger Berg, Scheffheim drüben an der Schäfhalde, Südheim nordöstlich des Sontheimer Burgstalls, Stockheim oben im Stockfeld, und Westheim an der Einmündung des Hirschtales in das Steinheimer Becken.

Die "orientierten -heim-Orte" gelten als besonderes Indiz für Königsbesitz.

Wenn für die Gründung solcher Orte keine landwirtschaftlichen Gesichtspunkte (königliches Tafelgut) maßgebend waren, können verkehrstechnische Gesichtspunkte die Anlage eines solchen Ortes begründet haben. Diese Orte dienten insb. in der merowingischen Zeit (629-639 unter König Dagobert) der Sicherung der Albübergänge.

Aus merowingischer Zeit sind im Westteil des heutigen Steinheim, bei Westheim, zwei Reihengräberfelder bekannt.

Die Frankenkönige sehen sich als Rechtsnachfolger des römischen Staates. Sie haben nach der Unterwerfung Alemanniens das römische Fiskalland und sicher auch das vermutlich herrenlose Wald- und Weideland des Albuch in Beschlag genommen. Unsere Gegend dürfte schon nach 536 merowingisches Königsgut, dann alemannisches Herzogsgut, vor allem aber nach 746 karolingisches Königsgut geworden und damit in direkte Abhängigkeit zur Krone gekommen sein.

Im Übergang vom 7. zum 8. Jahrhundert herrscht in Alemannien Gotefried, der Herzog der Alemannen. Von ihm stammen die Hochadelsgeschlechter in unserem Raum ab (Hildegard, die Urenkelin von Gotefried ist die Gemahlin Karls des Großen).

In der Ausbauzeit im 8. Jhdt. entstehen die "...dorf"-Orte wie Küpfendorf.

Dazu komen im Laufe des 8. und 9. Jahrhunderts eine Anzahl von "...weiler-Orten", sowie Siedlungen mit den Grundwörtern "-berg" und "-sohl".

Mehrere Orte der Ausbauzeit sind nach Angehörigen der alemannischen Herzogsfamilie benannt (Beispiel: Geroldsweiler ist benannt nach dem Bayernpräfekten Gerold (gest. 799), einem Urenkel Huochings, Sohn des Gotefried. In Itzelberg steckt der Name Utzilo, den ein Bruder Gerolds trug).

Nachdem die Aufgabe der Kolonisation erfüllt und die militärische Aufgabe der Sicherung nicht mehr im Vordergrund steht, beginnt der Krongutsbezirk allmählich abzubröckeln. Es treten an seine Stelle z.T. kirchliche Immunitätsbezirke.

Eine der Wurzeln der iroschottischen christlichen Kirche dürfte in der Verbindung zu den vorderasiatischen christlichen Strömungen der Galater (Kelten) zu suchen sein. Schon bei den Kelten gibt es eine dreifältige Gottheit als Einheit (Tanaros - Vatergottheit, Lug (Bel) - Sohnesgottheit, auch Lichtgottheit, und Jungfrau Brigantia (Brigit). Das Keltentum reicht in seinen höchsten religiösen Vorstellungen in die Nähe des Christlichen heran. Deshalb kann sich die Assimilierung mit dem frühesten Christentum in Irland in friedlichem Nebeneinander vollziehen.

Coloman, iroschottischer Mönch, ist der Gefährte des St. Kilian, mit dem er 689 ermordet wird.

"Kilian, der Heilige, der Apostel der Franken, ein Schotte, verlässt in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts mit einigen seiner Gefährten, Coloman, Gallus, Arnivlus und Tottanus sein Vaterland um das Christentum zu verkündigen. Er begibt sich nach Ostfranken, wo er zu Würzburg das Evangelium verkündigt. Der Herzog dieses Landes, Gozbertus, ist mit seines Bruders Tochter, Geilane, vermählt. Als nun Kilian diese Ehe als blutschänderisch erklärt und die Trennung beider Gatten verlangt, lässt ihn die erzürnte Geilane 689 mit seinen Gefährten heimlich ermorden." Würzburg verehrt den heiligen Kilian als seinen ersten Bischof.

Bonifatius (Begründer des Benediktinerklosters Fulda) und der Untergang der iroschottischen Kirche in Deutschland:

Am 15. Mai 719 erhält Wynfreth, Winfried, vom Papste den Auftrag, und den Namen Bonifatius, die "Heiden", auch die von den iroschottischen Mönchen christianisierten Menschen, der katholischen Kirche zuzuführen.

Aus Willibalds Vita des Bonifatius (Willibald war Schüler des Bonifatius) ist zu entnehmen: "Der heilige Mann redete also in Thüringen nach dem ihm gewordenen Befehl des apostolischen Priesters die Stammeshäupter und die Fürsten des ganzen Volkes mit geistlichen Worten an, rief sie zurück auf den Weg der wahren Erkenntnis und zum Licht der Einsicht, das sie schon lange Zeit und zu größerem Teil von schlechten Lehrern verführt, verloren hatten". Als "schlechte Lehrer" galten die Iren und Iroschotten. Bezeichnenderweise werden diese in den päpstlichen und bonifatischen Briefen selten bei ihrem Herkunftsnamen genannt, sondern immer mit desavourierenden Titeln: "falsche Lehrer", "Verführer", "Häretiker" (Irrgläubiger) usw.

In Thüringen haben zuvor, von Würzburg aus, die Gefährten des Iren Kilian missioniert. Vor dem Geiste Bonifatius ist eine alte Götterverehrung Teufelei, während die Iren alten Kulten und Bräuchen gegenüber tolerant sind.

Die vielfach aufgezählten Klostergründungen des Bonifatius sind zumeist umfunktionierte iroschottische Klöster.

"villa" Herbrechtingen ist Reichsgut (774), Tafelgut für die Bedürfnisse des königlichen Hofes bewirtschaftet. Solche Höfe gibt es vermutlich auch in ... Steinheim (14 Huben) ...

Die Urkunde Karls d. Gr. (768-814) von 774 berichtet, dass Fulrad, der Hofkapellan König Pippins (751-768), seit 750 Abt des Klosters Saint-Denis bei Paris, in Herbrechtingen auf seinem Eigengut eine Kirche erbaute und dem Patron seines Klosters, dem heiligen Dionysius, weihte. Dort sind die Gebeine des heiligen Veranus beigesetzt (Veranus, Bischof von Cavaillon, gest. nach 589), weshalb die Kirche auch Veranuskirche genannt wird.

Karl d.Gr. schenkt dem Abt seine "villa" Herbrechtingen zum Unterhalt der Mönche, die an der neuerbauten Kirche tätig sind.

Diese Herbrechtinger Mönchsniederlassung stammt ursprünglich wohl nicht von Abt Fulrad. Es scheint eine Mönchszelle dort schon zuvor gewesen zu sein. Sicher ist, dass das Herbrechtinger Kloster die früheste Klostergründung im weiteren Umkreis war.

Auch Bolheim (Bolamen) gehört zumindest zeitweilig zu Saint Denis bei Paris.

 

Im Sachsenhardt an der Verbindungsstraße, der alten Gerstetter Steige, von Steinheim nach Gerstetten soll Karl der Große im Rahmen einer großen Umsiedlungsaktion widerspenstige Sachsen angesiedelt haben.  In diesem Zusammenhang ergibt sich die Frage, ob Karl der Große tatsächlich „zu Verden“ 4500 Sachsen hingerichtet hat. Es kann sich auch um einen Übersetzungsfehler aus dem Mittelalter handeln: Es ist schon ein Unterschied, ob die Sachsen decollati = hingerichtet oder delocati = umgesiedelt wurden. Dass sie umgesiedelt wurden scheint durch Tatsachen belegt.

 

 

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