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Spuren auf dem Albuch

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Die Blumenwiese im Eschental

 

Teil II: "zeitlos"

Teil III: Eschental (Öschental), Küpfendorf

 

Da stand doch am Rande einer Waldwiese in einem tiefen Tal ein Bienenkorb neben dem anderen. Auf der Waldwiese blühte der Klee, die Lupinen, der Borretsch, und die Sonnenblumen streckten dazwischen ihre Blütenkörbchen weit in die Höhe.

In der Mittagsonne schaukelten viele Schmetterlinge: der gelbe Zitronenfalter, die Bläulinge, die Kohlweißlinge, die Pfauenaugen und da und dort sogar ein Schwalbenschwanz, der gelb und weiß leuchtet und schwarz eingefasst ist. Dazwischen brummten die schweren Hummeln, die einen mit einem roten und die anderen mit einem weißen Hinterteil. Auch Käfer und Ameisen krabbelten an den Blütenstielen hinauf. Aber überall flogen Bienen hin und her, von den Bienenkörben zu den Blumen und von den Blumen, schwer bepackt mit Blütenpollen und Blütennektar, zurück zu den Bienenkörben.

(Bienenkörbe von Jasmin Feiler)

 

In den Bienenkörben ging es aus und ein, doch an einem Bienenkorb sah man kaum Bienen mit Blütenpollen. Doch im Inneren rumorte es, es brummte und summte laut da drinnen, wie wenn die Bienen drinnen Streit hätten und für alle kein Platz wäre. Einige Bienen flogen vom Flugloch weg, kamen aber gleich wieder zurück, andere Bienen rannten vor dem Flugloch hin und her. Die Bienen wussten offenbar nicht, was sie tun sollen, es war ein einziges Chaos. Das ging eine Stunde, zwei oder drei Stunden. Plötzlich erschien im Flugloch die größte Biene, das war die Bienenkönigin. Darauf hatten die Bienen gewartet. Die Königin breitete die Flügel aus und flog in einer großen Spirale über die Blumenwiese, an den großen Kastanienbäumen und Linden vorbei, über die alte Waldhütte.

(Bienenschwarm von Sabrina Feiler)

 

Das ganze neue Bienenvolk folgte ihr und das Volk war so groß, dass es nur so summte und brummte. Und es waren so viele Bienen, dass die Sonne fast ganz verfinstert war.

Der Flug ging wie im Husch und das Bienenvolk, voran die Königin, war über den Wipfeln des Fichtenwaldes verschwunden.

In dem Bienenkorb aber, aus dem das große Volk ausgezogen war, wurde es ruhig und die zurückgebliebenen Bienlein sammelten von nun an, wie alle anderen, eifrig Pollen und Nektar.

Was war mit dem weggeflogenen Bienenvolk geschehen? Die Bienenkönigin setzte sich an einen kleinen Ast eines großen Ahornbaumes und der ganze Bienenschwarm umgab sie. Das sah aus wie eine große braune Traube oder wie ein dicker langer brauner Bart.

(Hohler Baum von Laure K.)

 

Der Ahornbaum war aber unten hohl. Das haben die Bienen entdeckt und plötzlich erhob sich der ganze Schwarm und zog, voran die Königin, in den hohlen Baum. Jetzt ging es aber an die Arbeit: die Bienen flogen zur Blumenwiese hinunter, holten Pollen für die Waben und Nektar für den Honig. Drüben am Eschentalbrunnen holten sie Wasser, denn es war inzwischen Sommer und heiß geworden.

Aber eines Morgens mussten die Bienen zuhause bleiben, denn Regen fiel und ein kalter Wind blies. Draußen klopfte jemand an den Baum, zuerst langsam, dann heftig und schnell. Jetzt bemerkten die Bienen, dass der schwarze Vogel draußen, mit seiner roten Kappe, mit jedem Schlag einen Holzspan vom Baum absplitterte und jetzt hatte der Specht die Bienenwaben entdeckt. Er wollte gerade mit seiner Mahlzeit beginnen, als eine junge Frau des Weges kam. Sie war die Bienenfrau. Der Specht flog rasch davon. Die Bienenfrau hörte aber das aufgeregte Summen im Baum und als sie näher kam, erkannte sie ihre Bienen von der Blumenwiese. Sie sagte: "Da seid ihr ja, ihr Ausreißer", holte einen leeren Bienenkorb

herbei und suchte sorgfältig nach der Königin in den Waben im hohlen Baum. Behutsam setzte die Bienenfrau die Königin in den Bienenkorb, worauf auch alle anderen Bienen des Volkes in den Korb krochen. Den Korb brachte die Bienenfrau hinunter zur Waldwiese und nie hat die Bienenfrau von einem Bienenvolk im Herbst mehr Honig bekommen, als von diesem Bienenvolk, das ausgerissen war.

 

Informationen zu „Die Blumenwiese im Eschental“

Topographische Karte 1:25 000 des Landesvermessungsamtes Baden Württemberg, 7. Auflage 1994

Nr. 7326 – Heidenheim an der Brenz

Wiese im Eschental mit Eschentalbrunnen im Planquadrat 80/93

Eschental

(Öschental)

Eschental war der Hof im Eschental.

Name von der Baumbezeichnung Esche. Ösche ist die hyperkorrekte Schreibweise aus dem Mittelhochdeutschen.

Abgegangener Hof sö von Steinheim

Urkundlich belegt:

·         1844 Oeschenthal

·         1864 verlassen

 

Diese Erzählung entstand anlässlich der Hochzeit der Imkerin in Amerika, die vorher in Küpfendorf arbeitete, auf der Blumenwiese im Eschental Bienen betreute und bei uns in Steinheim lebte. Sie war für die Kinder „die Bienenfrau“.

 

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