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Spuren auf dem Albuch

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Die Burg auf dem Köpfle

Teil II: vor 1360 n. Chr.

Teil III: Gaisbühl, Sontheim

 

Drüben über dem Stubental, gegenüber dem Knillwäldchen, erhebt sich, kaum sichtbar, eine kleine Bergkuppe, das Köpfle. Oben am Berghang, nahe seiner Ostseite, entspringt der Eschentalbrunnen und nahe seiner Westseite entspringt der Gaisbrunnen. Zwischen dem Köpfle und dem Küpfendorfer Hang dehnt sich eine feuchte Waldwiese mit kleinen wassergefüllten Gräben, umgeben von Binsen und Wasserkraut, wo sich Kröten und Frösche recht wohlfühlen. Am Köpfle, im lichten Buchenwald, steht heute eine einsame Waldhütte. Nahebei aber, auf der höchsten Erhebung, meint man, dort sei einmal eine Burg gestanden, umgeben von lieblichen Feldern.

Dies war keine Burg mit Burggraben und großen Befestigungsanlagen. Nein, das Gesindehaus stand gegenüber dem Herrenhaus und der Hof, auf dem zahlreiche Hühner scharrten, Schweine grunzten und Ziegen meckerten, war mit einer hohen Mauer eingefriedet, Das dicke, schwere Holztor, das Abends geschlossen wurde, war dicht mit geschmiedeten Eisennägeln beschlagen.

Der Burgherr hatte die Burg zu Lehen vom Heiligen Stephan, der Kirche von Sontheim, drüben am Fuße des Michelsteines.

Die Knechte und die Mägde hüteten die großen Ziegenherden am Gayßpihell und der Burgherr hatte Fleisch, Milch und Käse im Überfluss, und seine Weiden waren entlang des Stubentales so groß, dass er auch für den Winter genügend Heu für seine Tiere hatte.

Als seine Söhne der Kindheit entwachsen waren, zogen sie fort in fremde Länder, worüber der Vater sehr traurig war. Seine Tochter Isabella aber beachtete er kaum, sie lebte fast wie das Aschenputtel im Haus. Doch jeden Morgen stieg Isabella mit einem großen Henkelkorb von der Burg hinab und wanderte hinüber zum Heiligen Stephan. Dort verrichtete sie ihre Gebete und gab dem Mönch den Käse, ein Maß Hirse und von Zeit zu Zeit ein Suppenhuhn.

Der Burgherr jedoch wurde immer mürrischer. Schließlich verließ auch Isabella die Burg und lebte fortan auf dem Hofe zu dem Hohenberge bei den frommen Frauen.

Der Burgherr war jetzt allein mit seinem Gesinde. Jeden Abend ritt er zu seinen Knechten und Mägden, die die Schafe und Ziegen auf den Weiden hüteten. Eines Abends kam er müde und traurig auf dem Heimweg das Eschental herauf. Die Dämmerung senkte sich in das Tal. Der Eschentalbrunnen plätscherte leise. Er sinnierte darüber, wo wohl seine Kinder sind - er hatte lange nichts mehr von ihnen gehört. Plötzlich stand ein Mann am Wege, der sich tief verbeugte und sprach: "Euer Gnaden, was bedrückt Eure Seele, seid Ihr nicht Herr über viele Ziegen und Schafe?  - Habt ihr Sorgen um eure Kinder? Diese werden ihren Weg schon machen!" Der Burgherr war erstaunt über die Anrede, aber seltsamerweise konnte er nichts erwidern. Den Mann am Wegesrand hatte er noch nie zuvor gesehen, auch trug dieser ein seltsames Gewand, halb schwarz, halb orange. Der Mann fuhr fort: "Du kannst Dein Glück machen, viel Reichtum kannst Du erwerben! Oberhalb dieses Brunnens liegen Erze, die Du zu Eisen schmelzen kannst. Ich helfe dir, diesen Schatz zu heben, dann wirst du nicht nur reich, sondern auch mächtig! Komme morgen um dieselbe Stunde hierher, dann besprechen wir das Weitere! Der Burgherr wollte ihn nach seinem Namen fragen, aber in dem Augenblick rief ihm seine Tochter, die an diesem Abend vom Klösterle zurückgekehrt war, vom Berg oben einen Gruß zu. Der Burgherr winkte ihr freudig zu. Als er sich aber dem Fremden wieder zuwandte, war dieser verschwunden. Der Burgherr sah gerade noch, wie ein Feuersalamander unter eine Steinplatte am Wegesrand kroch.

Wie versteinert saß der Burgherr auf seinem Pferd. Das Pferd sträubte die Haare und hatte Schaum vor dem Maul.

Isabella lief den Weg herunter, dem Vater entgegen. Sie fragte den Vater: "Was ist Dir?" Aber er antwortete nicht. Nach geraumer Zeit schüttelte der Vater sein Haupt, wie wenn er etwas Unangenehmes abschütteln wolle. Dann antwortete er kaum verständlich:

"Das war der Versucher".

Der Vater hob Isabella zu sich auf das Pferd, herzte sie und sagte: "Mein liebes Kind, mein Großvater und mein Vater waren Hirten, auch ich bin es mit Leib und Seele und bleibe es auch, Reichtum und Macht ist nichts gegen die Freude, Dich wieder hier zu haben. Ich bitte Dich, gehe morgen zum Heiligen Stephan, bete für mich und nehme die doppelte Menge Käse und Brot mit Dir.

Isabella verstand den Grund der Rede des Vaters nicht, sie spürte aber, dass er sie jetzt in sein Herz geschlossen hatte.

 

Informationen zu „Die Burg auf dem Köpfle“

Topographische Karte 1:25 000 des Landesvermessungsamtes Baden Württemberg, 7. Auflage 1994

Nr. 7326 – Heidenheim an der BrenzHöhe 622,6, Planquadrat 80/93

Erst unter Kaiser Karl IV. erfolgt der endgültige Ausbau des Klosters Königsbronn. 1366 erlaubt er, das in der Gegend vorkommende Bohnerz auszubeuten.

Kurz zuvor, am 14. April 1365 verleiht Kaiser Karl IV. den Helfensteinern das Recht der Erzschürfung. Dieses stellt die Rechtsgrundlage dar für die Errichtung einer Eisenhütte in Heidenheim am "See" (WCM), die für die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts nachweisbar ist.

1368 erwirbt Abt Heinrich des Klosters Königsbronn, von der Propstei Roggenburg, auf dem Albuch den Hof auf dem Hohenberg, den Felgenhof, den Hof Tentzenwiese (bei Bibersohl) und den Berchtenbühl.

Auf dem Hohenberg (Homberg) hat das Kloster Königsbronn ohne Zweifel eine Expositur, eine Tochterkirche (Klösterle).

Sontheim hat den heiligen Stephan als Patron und ist ursprünglich selbständige Pfarrei, aber dem Kloster Königsbronn incorporiert. Die Gemeinde wird lange Zeit von einem Konventualen des Klosters betreut, dann aber wird der Dienst, um 1471, vom Pfarrer von Steinheim versehen.

1471 sind im Lagerbuch 5 ganze Höfe verzeichnet, die in 3 gleichgroße Lehen geteilt und erblich verliehen werden. Ein anderes Lehen gehört dem heiligen Stephan und ein weiteres Lehen wird durch Rodung in den Waldungen des Klosters am Geisbühl gewonnen und 1534 erblich verliehen.

1588 wird letztmals die Stefanskirche in Sontheim urkundlich erwähnt.

 

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