Der Verkauf
der Helfensteinischen Herrschaft Steinheim an
König
Albrecht I. von Habsburg
Teil II: 1302
n. Chr.
Teil
III: Steinheim, Klosterhof
König
Albrecht I., der Habsburger, betrachtete an einem Spätsommerabend bei
einem Spaziergang von der nördlichen Bastei der Burg Hellenstein seinen
Besitz im Brenztal: die alte Burg gegenüber, die Moropolis auf dem
Ottilienberg, war verfallen, aber dort stand noch die solide
Buckelquadermauer und gegen Osten, auf dem heutigen Totenberg, erhob sich,
umgeben von der Wehrmauer, die altehrwürdige Peterskirche.
Der
König wandte sich dem Herzog von Rechberg und dem Grafen von Helfenstein
zu und sprach: "Seht ihr, meine Herren, Wir müssten hier die Absicherung
unseres Besitzes verbessern. Aber Ihr wisst, oben am Albübergang, zwischen
dem Brenz- und dem Kochertal, sieht es noch schlechter aus. Zuerst muss
dort durch dichtere Besiedelung eine Situation geschaffen werden, die mehr
Sicherheit bietet. Dabei denke ich nicht an eine neue Burg, nein, es wird
wohl ein Kloster reichen, das meiner Hoheit untersteht und weiträumig
vielen Menschen den Broterwerb sichert. Außerdem liebe ich schon immer das
grüne Paradies um die blaue Brenzquelle.
Beide,
der Herzog von Rechberg und der Graf von Helfenstein, wunderten sich über
die Rede des Königs. Sie waren von ihm in wichtiger Angelegenheit zur Burg
Hellenstein beordert worden. Dabei dachten sie eher an einen
bevorstehenden Heerzug, für den Unterstützung gefordert würde. Aber einen
Zusammenhang zwischen der Einladung des Königs und seiner jetzigen Rede
konnten sie nicht finden, gehörte doch der ganze Bereich zwischen Brenz
und Kocher derzeit ohnehin dem König.
Diese
Gedanken schien der König zu erraten und bat die Herren deshalb - die
Nacht zog am östlichen Himmel schon auf - in eines seiner Privatgemächer.
Pagen trugen vom besten Wein auf, dazu gab es als Beispeise Teilchen des
gebratenen Krametzvogels.
Und
der König fuhr in seiner Rede fort: "Ihr wisst, mit der Staatskasse steht
es nicht zum Besten. Vielfältig sind Unsere Aufgaben und Unsere
Landesgrenzen müssen Wir mit großem Aufwand sichern. Für die hiesige
Bevölkerung benötigen Wir Land unter dem Pflug, die Hungersnot greift
sonst noch mehr um sich. Deshalb haben Wir uns entschlossen, um es kurz zu
sagen, Steinheim mit dem umgebenden Land zu kaufen und dem zu gründenden
Kloster am Brenzursprung zuzuschlagen und, Herzog von Rechberg, Ihn müssen
Wir bitten, die Sache zu finanzieren."
Beiden, dem Grafen von Helfenstein und dem Rechberger, verschlug es die
Sprache.
Deshalb sah sich der König genötigt, seine weiteren Ziele darzulegen: "Das
obere Brenztal müssen Wir für die Landwirtschaft und weitere Besiedlung
entwässern und mehr Handwerksbetriebe ansiedeln."
Der
Rechberger fand als erster Worte und begann seine Rede: "Erlauchter König,
wir sind in Eurer Schuld und würden uns nie erlauben, unseren
Gefolgsgehorsam zu verweigern, jedoch sind da einige Fragen zu der
offenbar riesenhaften Neugestaltung dieser Region. Wie soll das Gebiet des
Albuch und des Härtsfeldes neu mit Leben erfüllt werden?"
Der
König fuhr mit seinen Erklärungen fort: "Traditionsgemäß sind die
Zisterzienser von Salem dem Hause Habsburg verbunden. Die Zisterzienser
sind erfahrene Leute in der Rodung und Entwässerung ganzer Landschaften.
Das Kloster wird modern geführt werden müssen: die traditionelle Aufgabe
ist nach wie vor die Festigung des Glaubens durch Lehre und Wissenschaft.
Dazu gehört die Ausbildung der Jugend des höheren und des niederen Adels
in Theologie, Medizin, Land- Forst- und Wasserwirtschaft.
Uns
liegt aber auch am Herzen, dass die Nebenbetriebe neben der Lehre des
christlichen Glaubens mit großem Ernst betrieben werden. Mit kleineren und
größeren Handwerksbetrieben soll die in anderen Klostergemeinschaften
übliche Landwirtschaft ergänzt werden." Dann denken Wir noch an die
Einrichtung einer Brauerei. Auf das Bierbrauen verstehen sich die Mönche
und Wir möchten selber gerne immer wieder einen Schluck dieses köstlichen
Getränkes genießen.
Dann
hielt der König in seiner Rede inne, wie wenn er überlegen wolle, ob er
seinen letzten Trumpf auch noch ausspielen müsse. Dann fuhr er fort:
"Dieses Kloster soll vor allem meine Waffenschmiede werden und das Kloster
soll Königsbronn heißen. Eine weitere Entwicklung der Eisenschmiede- und
Giesstechnik dürfen Wir den Klosterleuten wohl zutrauen, das können sie.
Und,
lieber Helfensteiner, dieses Kloster muss ausreichend mit Ländereien und
Wald ausgestattet werden, auch wegen der Erzvorkommen und der Herstellung
von Holzkohle - ich weiß, Er hängt an seinem Steinheim -, aber es hilft
nichts, Wir benötigen Steinheim für das Kloster - es soll Sein Schaden
nicht sein.
Ihr
wisst, auch die Königin hat Anteil an der Lehenshoheit der Steinheimer
Gemarkung und so sollte es Ihm nicht zu schwer fallen, dem Handel
zuzustimmen. Der Helfensteiner blickte betroffen drein, der Rechberger
überschlug die Summe, die er aufzuwenden haben wird und der König hatte
den Eindruck, dass er seinen Wunsch den beiden Herren gut nahegebracht
hatte.
Auf
einen Wink des Königs wurde die Tafel aufgehoben. Der König bedankte sich
bei den Herren für ihr Verständnis und wies an, dass sein Hofkämmerer mit
den Ministerialen des Grafen und des Herzogs die Regularien des Landkaufs
und dessen Finanzierung festzulegen habe.
Als
das Gesicht des Helfensteiners sich nicht aufhellen wollte, sagte der
König: "Kopf hoch, Graf Ulrich, Ihr leistet dem Reich einen treuen Dienst.
Die Früchte unseres Handelns werden noch weit in den nächsten
Jahrhunderten geerntet werden können.
- Und
nun bedanken Wir uns, Graf Ulrich, für Eure Einladung zur Jagd, morgen, in
aller Frühe in den Wäldern um Steinheim.
Informationen zu „Der Verkauf der Helfensteinischen Herrschaft
Steinheim an König Albrecht I. von Habsburg“
Topographische Karte 1:25 000 des Landesvermessungsamtes Baden
Württemberg, 7. Auflage 1994
Nr.
7326 – Heidenheim an der Brenz
Scheffheim Planquadrat 80/95
Schon
lange abgegangener Ort am Fuße der "Schäfhalde" zwischen Rohr- und
Linsenbrunnen,
In das
7. Jahrhundert fallen die Gründungen der "-heim-Orte" (Nord-, Ost-,
Süd-(Sont-) und Westheim, an der Peripherie Scheffheim und Stockheim, mit
einer Zentrumsfunktion des Ortes Steinheim).Die "orientierten -heim-Orte"
gelten als besonderes Indiz für Königsbesitz. Wenn für die Gründung
solcher Orte keine landwirtschaftlichen Gesichtspunkte maßgebend sind,
können verkehrstechnische Gesichtspunkte die Anlage eines solchen Ortes
begründet haben (siehe auch Stockheim). Sie dienten insb. in der
merowingischen Zeit (629-639 unter König Dagobert) der Sicherung der
Albübergänge.
Urkundlich belegt:
·
1463 "... abgegangen...
Die
kriegsbedingte Verschuldung des Ulrich II. führt dazu, dass Ulrich III. im
Dienste König Albrechts I. ( Sohn des Habsburgers Rudolf I.) 1295 am
Feldzug nach Thüringen teilnimmt, wofür der König Ulrichs Gläubiger
zufriedenstellt.
Die
Helfensteiner sind bei den Rittern von Rechberg mit 800 Mark Silber
verschuldet (1 Mark = 233,856 g Silber, 800 Mark = 187,085 kg Silber).
Auch deshalb ist dann Graf Ulrich gezwungen, Herwartstein zu verkaufen.
König Albrecht kauft die Burg mit den dazugehörigen Wäldern, Wiesen,
Weiden und Feldern, mit Bännen, Gerichtsbarkeit und allen sonstigen
Rechten, auch Springen, mit dem Patronatsrecht der Kirche und die Weiler
und Burgen ... Spicht , Weikersberg, Utzmannsweiler, Hermannsweiler,
Bibersohl, ... Itzelberg, Zahnberg und außerdem die Vogtei des
Klösterleins (Chorherrenstift) zu Steinheim mit all seinen Besitzungen und
Rechten. Dies kauft König Albrecht nicht als König - er betrachtet wohl
Herwartstein ohnehin als Reichseigentum – sondern als Privatperson, um
frei darüber verfügen zu können. Dagegen verpfändet König Albrecht I. die
Burg Hellenstein mit der Stadt und dem Dorf Heidenheim an Herzog Albrecht
von Rechberg, Verwalter der Reichsvogtei im Unterland.
Graf
Ulrich soll die Güter dem Abt des Zisterzienserklosters in Salem
übertragen, der den Plan des Königs auszuführen und die neue Abtei damit
auszustatten hat. Salem am Bodensee wird dadurch Mutterkloster von
Königsbronn.
Graf
Ulrich III behält sich seine Dienstleute sowie das Jagdrecht vor, doch
soll auf den genannten Gütern nicht mehr gejagt werden.
1284
wird in Venedig der Zecchino, der sog. Dukat, ein Goldstück (3,49 g, 0,986
fein) geprägt, der vom Wert her dem Gulden entspricht. Der Dukat ist eine
der stabilsten Münzen über Jahrhunderte. Die Reinheit des Metalls, das
Gewicht und die Prägung bleiben gleich. Der Name Dukat leitet sich von
der Umschrift der venezianischen Münze ab: Sit tibi Christe datus quem tu
regis iste d u c a t u s (dieses Herzogtum, das Du regierst, sei Dir,
Christe, geweiht).