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Spuren auf dem Albuch

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Die Regenbogenschüsselchen

 

Für Sabrinas Kommunion am 14. April 2002

von Oma und Opa Steinheim

 

Dichte Nebel lasteten einst auf dem Land und warme Feuchte umhüllte alles, das Gestein, die Pflanzen, die Tiere und die Menschen. Nie sahen die Menschen die Sonne, den Mond und die Sterne in ihrer leuchtenden Klarheit.

 

Die Menschen hatten sich zu dieser Zeit der Gegenwart Gottes verschlossen. Nur Noah und die Seinen empfanden in ihren Herzen das Walten Gottes, das Wirken der Sonnen- der Monden- und der Sternenwelt.

 

Und so geschah es, dass Gott über die Menschheit die große Flut hereinbrechen ließ. Gott öffnete die Schleusen des Himmels. Unermesslich ergoss sich der Regen aus dem dichten Nebel auf die Erde.

 

Und Noah ging in die Arche mit den Seinen und allem Getier am Anfang des Jahreslaufes, wie Gott ihm geboten hatte.

 

Die Wasser stiegen bis über die Bergesgipfel und Länder versanken im Meer.

 

Aber dann ließ Gott einen Wind über den Erdkreis kommen und die Wolken zogen darüber hin. Die Luft wurde klar und die Wasser fielen.

 

Der Jahreslauf war noch nicht vollendet als Noah einen Raben aussandte: Der Rabe flog hin und her, bis die Erde in ihrer Tiefe die Wassermassen aufgenommen hatte. Darauf ließ Noah eine Taube ausfliegen, die aber zurückkehrte, denn sie hatte noch keinen trockenen Platz gefunden. Doch die nächste Taube, die ausflog, trug bei ihrer Rückkehr ein Zweiglein des Ölbaums in ihrem Schnabel. Die dritte Taube aber kehrte nicht zurück.

 

Als der Jahreslauf vollendet war, öffnete Noah die Arche und sah den Erdboden trocken, aber es dauerte noch zwei Vollmonde bis der Herr zu Noah sprach: „Geh aus der Arche mit den Deinen und allem Getier, dass sie sich regen und fruchtbar seien auf Erden!“

 

Noah baute sodann dem Herrn einen Altar und brachte ihm Brandopfer dar und der Herr sprach zu Noah wie aus Blitz und Donner: „Solange die Erde steht sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“, und der Herr schloss einen Bund mit den Menschen und allem lebendigen Getier und segnete sie: „Meinen Bogen setze ich in die Wolken als Zeichen meines Bundes ... und wenn ich Wetterwolken über die Erde führe so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken!“

Und das Licht der Sonne brach das erste Mal klar durch die Gewitterwolken und die Erde leuchtete im Sonnenglanz und der erste Regenbogen überspannte das Land und die Enden des Regenbogens berührten die Erde und es war ein Tönen über dem Erdkreis.

Gewaltig war die Farbenpracht des Regenbogens. In ihm vereinten sich die Sonne, der Mond und alle Planeten und die ganze Sternenwelt mit der Erde. Im Regenbogen leuchtete das Blau des Jupiter, das Gelb der Venus und das Rot des Mars und alle Farben der anderen Planeten. Die fallenden glitzernden Regentropfen funkelten wie die fernen Sternenwelten und das Silber des Mondes legte sich wie ein Hauch auf Steine und Pflanzen -  aber das warme Gold der Sonne wurde geformt zu kleinen Schälchen, zu Regenbogenschüsselchen, als dieses Gold an den Enden des Regenbogens die Erde berührte.

 

 

Mit viel Glück kann ein Sonntagskind ein solches Regenbogenschüsselchen finden und in manchem Schüsselchen spiegelt sich die dritte Taube des Noah, die gerade darüber hinweg fliegt.

 

 

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