Ca.1800 v. Chr.
Mittelberg mit Teufelsmauer,
Steinschraube-Schluchtweg zu den Lauterquellen
(Historischer
Hinweis)
Die Teufelsmauer
Die bronzezeitliche Burg hoch
über der Lauterquelle
Tief
unten sprudeln die Quellen
im
Talgrund unter den hochaufragenden Felsen.
In
Schrunsen liegt Schnee noch,
Doch
Blumen und Sträucher schmücken die Hänge
die
hinaufführen zur lichten Höhe,
behütet durch doppelte Wälle:
Schutz
gegen unholdes Raubzeug,
gegen
Tiere und wildes Gesindel.
Der
Schnee ist geschmolzen hier oben.
Die
Halden ergrünen.
Von
fern her tönen die Laute
der
ankommenden Herden,
des
Rens und der Rinder.
Sie
ziehen heran
von
den Niederungen der Flüsse,
geleitet vom Urtrieb:
Sie
wittern das sprossende Grün
auf
den Höhen der Berge.
Sie
kommen zurück zum Ort ihrer Geburt,
in
sich tragend das neue Leben,
die
Tierkinder,
die
Kälber des neuen Jahres.
Und
die Menschen erwarten hoch oben,
wie
jedes Jahr, dieses Geschehnis.
Ist
doch für sie auch
der
Schrecken des Winters vorüber,
der
Mangel an Nahrung,
die
Schmerzen des Siechtums durch Kälte. -
Der
Sturmwind verstummt nun,
der
sie erstarren ließ in ihren einfachen Hütten.
Sie
erwachen, die Menschen am Berg.
Wie
Feuer durchwärmt ihre Seelen
der
Anblick der aufziehenden Herden.
Und
ihre Führer befehlen die Jagd
mit
Umsicht und Vorsicht,
denn
beunruhigt soll nicht werden
die
Ordnung der Herde.
Die
Herde, sie trinkt an den Quellen
vor
dem anstrengenden Aufstieg
und
dann zieht sie weiter.
Hier
ist nur e i n Aufstieg
hinauf
auf die Höhe
zwischen aufragendem Fels.
Hier
müssen die Tiere hindurch.
Die
Herde drängt nach
– das
eine und andere Tier fällt
getroffen vom Spieß und vom Pfeil –
und
dann ist die Herde vorbei,
sie
zieht hinauf zu den Weiden.
Und
die Menschen schleppen
auf
zusammengebundenen Ästen
die
gefallenen Tiere
hinauf
zu den Hütten
hinter
den Wällen.
Sie
teilen die Leiber
und
trocknen das Fleisch
auf
Gestellen aus Holz;
und
spannen die Felle
über
Rahmen aus gebündelten Ruten.
Die
Hörner, die Knochen und die Geweihe
der
Tiere werden sorgsam gereinigt
und
gelagert für Zwecke im Haushalt.
Frauen
bereiten das Festmahl !
Mit
Zunder aus trockenen Pilzen
von
hochaufragenden Buchen
wird
Feuer entfacht.
Die
Düfte des Bratens breiten sich aus
in
geschäftiger Runde.
Lieder
erklingen mit Flöten
und
dumpfem Getrommel,
und
geschmückte Mädchen
erfreuen die Gäste
mit
anmutigem Reigen.
Und
die Wanderung der Herden
nimmt
ab und versiegt.
Und
die Wege werden begehbar.
Die
Lastpferde ziehen über die Alb
und
bringen kostbare Dinge.
Die
Händler suchen den Schutz
am
Abend im mauerumwehrten Gehege.
Die
Menschen geben Häute und Felle
zum
Tausch gegen moderne, praktische Sachen
gegen
Werkzeug und Waffen,
gegen
Kessel und Töpfe
aus
Bronze -
und
Schmuck aus Bernstein, Silber und Gold.
Die
Tiere des Händlers werden gefüttert.
Das
Laubbett und Gastmahl sind schon bereitet.
Köstliches Wasser kommt aus den Quellen
am
Fuße des Berges.
Ein
Pfad führt hinunter, sechshundert Fuß tief.
Ein
Bursch’ steigt hinab und bringt für den Gast,
den
geliebten, das kristallklare Wasser.
Doch
Wasser benötigt man täglich!
Es
geht dort der Esel, der bergwärts,
mit
Fellschläuchen bepackt,
das
köstliche Nass transportiert.
Doch
nicht den Saumpfad hinauf,
nein,
durch die Schlucht
geht
es langsam bergan,
ermutigt vom Alten, dem Treiber,
der
mit Worten und Taten
dem
Esel sagt, wo es langgeht.