33.000 Jahre v. Chr.
Vogelherdhöhle im Urstromtal der Lone
Der Bison

Kälte liegt über dem Land.
Frost friert das Wasser zu
glasigem Eis.
Schluchten und Felsen mit
Höhlen,
ein reißender Strom.
Muren vom Berge und Moore im
Tal,
kniehoch die Heide und mannshoch
der Wald,
nasskalt und dicht hängt der
Nebel darin.
Menschen, in Felle gehüllt,
ziehen dahin,
tragen die Zelte, die Habe mit
sich,
hin zu dem Jagdgrund, dem
nächsten.
In mystischer Tiefe der Höhle
bereitet der Priester die
Zukunft des Volkes,
eingebunden in urferne Weisheit
der Alten:
denn sie kennen den Lauf der
Gestirne am Himmel,
denn sie wissen vom Licht der
Kristalle,
denn sie sehen das geistige
Urbild
der Pflanzen
und das lebendige Strömen im
Körper der Tiere.
Plastisch erschafft er sodann für die Jäger
-
der Priester, der Künstler -
die kleinen Gestalten der Tiere
und er fügt geheimnisvolle
Zeichen der Seele dazu und
spricht:
Mensch,
überwinde das pflanzliche Sein
überwinde den Bison
das
tierische Wesen in dir,
der Wille zum klaren Denken
sei Ziel
deines Tuns!