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Spuren auf dem Albuch

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33.000 Jahre v. Chr.

Der Bison aus der Vogelherdhöhle im Urstromtal der Lone

 

Die Tierplastiken der Vogelherdhöhle

 

Bei diesen kleinen Tierplastiken, ca. 1 Finger lang, aus Mammut-Elfenbein (35.000 Jahre alt), handelt es sich größtenteils um Stücke mit  e i n e r  voll ausgearbeiteten Seitenansicht einschließlich des Vorder- und Hinterteils. Die andere Seite wurde entweder nur roh oder überhaupt nicht bearbeitet. Die Ausnahme bildet der Mammut, der eine Vollplastik ist. Aufgrund der Reproduktionen, die im Heidenheimer Museum auf Schloss Hellenstein ausgestellt sind, erfolgt nachstehende Beschreibung, dabei wurde die Vitrine nicht geöffnet:

 

 

Der Mensch 

Der „Mensch“ ist am ganzen Rücken punktiert. Im Jung-Palaiolithikum wurden die Tiere sehr naturalistisch dargestellt. Es gibt keinen Grund anzunehmen, wenn diese Menschen den Menschen darstellen wollten, dass sie das nicht gekonnt hätten. Die Kopfform dieser Skulptur ist jedoch nie die eines Menschen. Sie erinnert vielmehr an die Gestaltung (rechts) des „kleinen Löwenmenschen “ aus dem Hohlen Fels bei Schelklingen (34.000 Jahre alt). Es bietet sich an daran zu denken, dass Bezüge bestehen könnten zu kultischen Bräuchen in Verbindung mit den Archonten, das sind Schilderungen von Herrschergestalten des Chaos, in den Schöpfungsberichten aus Nag Hammadi in Ägypten (Ausgrabungen von 1945).

 

 

Das Wildpferd ist im Mähnenbereich und am Bauch mit einem Kreuzlinien-Ornament bedeckt. Eine Punktierung ist nicht sichtbar.

 

Wildpferd

 

 

 

Der Mammut ist eine Vollplastik, unter dem Brustkorb, zwischen den Vorderbeinen (und Hinterbeinen?), ist eine Öse eingearbeitet. Auf den Schultern, hinter dem Rippenbogen und auf dem hinteren Unterleib befinden sich Kreuzlinien-Ornamente. Eine Punktierung ist nicht sichtbar.

 

Mammut

 

 

 

 

Das Rentier ist nur ein Fragment, es ist auf dem Rücken punktiert, am Rippenbogen und am hinteren Unterleib befinden sich Linien-Flächen.

 

Rentier

 

 

Der Höhlenbär? Er scheint nur glatt bearbeitet zu sein. Ist er nicht vollendet?

 

Höhlenbär

 

 

Der Panther ist weitgehend punktiert, im Nacken befinden sich Querlinien.

 

Panther

 

 

Der Höhlenlöwe ist auf dem Rücken und an den Schenkeln mit deutlichen Punktlinien versehen. Am Rippenbogen, zwischen Vorder- und Hinterkeule befindet sich ein Kreuzlinien-Feld.

 

Höhlenlöwe

 

 

Der Bison ist im Brustbereich und auf dem Rücken punktiert. Im Nacken-Kopfbereich befinden sich 7 Querlinien, dahinter eine genau ausgearbeitete Hand und eine runde Fläche mit zwei „Hörnern“*(negativ), - (siehe nachstehende Ausführungen des Prof. Karutz).

*Man kann sich an die Darstellung des Moses mit Hörnern durch Michelangelo erinnert fühlen.

 

Zur Erzählung über den Bison

 

 

Als zusätzliche Information dazu:

 

Den auf einer Kniescheibe eines Wildpferdes dargestellten Mammut ziert eine 3-Linien-Fläche (nicht abgebildet)

 

Am linken Oberarm des „Löwenmenschen vom Hohlensteinstadel“ finden wir eine 7-Linien-Fläche, und die Knochenflöte aus dem Geißenklösterle zieren  7 (evtl. 8?) Querlinien.

 

Zu diesen „Verzierungen“ finden wir bei Prof. Dr. Wilhelm Karutz, (damals Leiter des Lübecker Museums für Völkerkunde) „Die Ursprache der Kunst“ Verlag von Strecker und Schröder, Stuttgart, 1934, Seiten 43 ff und Tafel 1 und 3, folgende Ausführung, wobei Karutz von altsteinzeitlichen Höhlenzeichnungen oder -Malereien ausgeht:

 

„Leiber von Büffeln, Pferden, Elefanten, Löwen sind teilweise schraffiert oder punktiert oder in helle Flächen gefeldert, weil das innere Künstlerauge die Adern und das Netz der geistigen Lebensströmung in den Körpern durchschimmern, die Lichtkräfte im Innern arbeiten sah. ...Die Punktierung (Tafel 3, b aus Marsoulas, nach Breuil) findet sich bei den südlichsten Ausläufern der altsteinzeitlichen Kunst, den Buschmännern Südafrikas wieder. ...

Die scheinbar nur „sensorische“, d.i. mit physischen Sinnen die physische Wirklichkeit nachzeichnende Kunst des Palaiolithikon, ist zugleich eine „imaginative“, d.h. mit übersinnlicher Wahrnehmung die geistige Wirklichkeit erfassende. Wahre Kunst kann gar nicht anders als imaginativ sein, und je älter sie ist, desto klarer und umfassender ist sie es, weil sie dem Geiste näher ist. Die altsteinzeitliche Kunst ist in diesem guten Sinne alt und geistnah. Nichts beweist besser den Irrtum von der Tierhaftigkeit des Urmenschen, von dem allmählichen Entstehen der Kunst aus tierhaftem Instinktspiel, von der sinnlich-brutalen Diesseitigkeit der Primitiven als die Malerei der Palaiolithiker, deren Zivilisation so bescheiden wie denkbar war. Äußere Dürftigkeit verträgt sich mit innerem Reichtum wie heute so damals. ...

Der Palaiolithiker besaß Mysterienstätten, an denen er von geistigen Führern in Sinn und Notwendigkeit der Erde eingeführt und zugleich in Frommheit, Ehrfurcht und Wissen vom allwaltenden Geiste erhalten wurde; Stätten, die sie ihm mit Anschauungsbildern aus der vom Geist geschaffenen und belebten Umwelt schmückten.

Damit sind wir bei der Bedeutung der altsteinzeitlichen Höhlenkunst. Diese Kunst ist schön und wahr, sie ist zugleich zweckhaft. Sie kommt aus übersinnlichem Schauen und geht zum sinnlichen Wollen. Sie ist von - über ihre Zeit hinaus - hoch entwickelten, geist-inspirierten Menschen, die in beide Welten, die übersinnliche wie die sinnliche, eingeweiht waren, sichtbar hingestellt, damit die erdjungen Seelen sich an dieses Dasein gewöhnten und es lernten, sich auf der Erde umzuschauen, zurechtzufinden, zu behaupten. Hinter der lebenswahren Kunst steht ein lebensbejahender Impuls von Mysterien, die eine gäische Aufgabe, eine Erdenaufgabe, die Aufgabe der Erziehung zum Leben auf der Erde, zu erfüllen hatten. Dieses Leben war damals nur mit Hilfe der Jagd möglich, es verlangte also Kenntnis des Wildes, Schärfe des physischen Auges, Übung der Fangmethoden. Die Kunst schuf mit an der Jagd, nicht schuf die Jagd etwa als instinktive mechanische Reizwirkung die Kunst. Die Mysterienführer bedienten sich ihrer als eines Anschauungsmittels bei der Erziehung der Stammesgenossen zu den notwendigen seelischen und leiblichen Fähigkeiten, und weil sie selbst Einblicke in die geistige Welt besaßen, darum konnte die Kunst so plötzlich in ihrer Vollendung dastehen; sie brauchten kein allmähliches Hineinsehen in Zufallslinien, sie sahen das fertige Bild innerhalb ihres eigenen geistigen Blickfeldes.

... Wir müssen festhalten, dass die Altsteinzeit in bezug auf die Mysterien, jene Quelle der Urweisheitsvermittlung an die Menschheit, noch nicht entartet war, und dass wir  i h r e m  Bewusstsein, nicht nach dem  h e u t i g e n  Aberglauben uns richten müssen. Und da spricht tatsächlich alles dafür, dass die Höhlen und Felsenplätze mit Wandbildern samt und sonders, von Westeuropa bis Südafrika, echte Mysterienstätten gewesen sind, echte, das will sagen, Hüter der Urweisheit, Mittler des Wissens von der geistigen Welt, Erzieher ... zur Reife für das Leben ...

Denn die Mysterien waren gäische, waren Mysterien des Erdenleibes; ihre Schule lehrte die Erde und den Erdenleib des Menschen; ihre Schulung weckte die physischen Sinne; ihre Methode war die Anschauung...

Der richtunggebende Wille des Mysterienführers schlug in den objektiv vorhandenen geistigen Strom zwischen Mensch und Tier hinein und entband aus ihm das magische Geschehen. Er wird auf den Höhlenbildern, schon auf den ältesten, durch die Zeichnung der menschlichen Hand ausgesprochen. Die Hand neben den Tieren ist das menschliche willenshafte Seelenelement neben dem von seiner Gruppe geleiteten tierischen Seelenelement; (die Hand) ist das menschliche Wollen zum magischen Geschehen neben dem Lebenselement, in welchem das Geschehen abläuft. Hellfarbig hebt sich die Hand (Tafel 1, a) gegen den dunkleren Grund ab, lichtvoll, bedeutungsvoll als Willensträger gegenüber dem Tier, letzten Endes freilich auch gegenüber der eigenen seelischen Entwicklung vom Tierhaften zum Menschenhaften ...

Die Gewissheit von diesem Strom geistigen Lebens zwischen Mensch und Tier sicherte die Gewissheit auch vom äußeren Jagderfolg, stärkte Vertrauen, Bewusstheit, Fähigkeiten und bereitete den Boden für die technische Erziehung zum Jäger. Die Wirtschaftsform des Jägertums wurde geboren.

Neben den Anschauungsbildern und den Übungen waren Lehrmittel der Mysterien das Wort, die Musik, der Tanz, die Maske ...“

 

 

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Zur Erzählung über den Bison

 

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